Bundesnetzagentur fordert schnellen Ausbau der Netze

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat kürzlich die Entwicklungen in den Regulierungsbereichen vorgestellt. Um den Umbau des Energiesystems zu beschleunigen, sehe man einen Schwerpunkt im schnellen Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze sowie der Netze im Telekommunikationsbereich.

06. April 2011

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) unterstützt die Forderungen der BNetzA: »Vor dem Hintergrund des dringend gebotenen Ausbaus erneuerbarer Energien schätzen wir den anstehenden Investitionsbedarf in die Verteilnetze bis 2030 auf 25 Milliarden Euro. Diese Summe beinhaltet die notwendigen Maßnahmen zum Ausbau und Erweiterung der Verteilnetze«, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU. »Darin sind die Investitionen in Smart Grids jedoch noch nicht berücksichtigt«, so Reck weiter.

Außerdem ging die BNetzA auf das von der Bundesregierung beschlossene Atom-Moratorium ein. »Die Wichtigkeit des grenzüberschreitenden Stromhandels für unsere Versorgung verdeutlicht die Entwicklung in den letzten drei Wochen. Während Deutschland im Jahr 2009 insgesamt einen Exportüberschuss erzielte, führt Deutschland seit dem Abschalten der sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke im Schnitt 2.500 Megawatt ein. Hinzuweisen ist dabei aber auch auf die Tatsache, dass der Windstrom derzeit witterungsbedingt nur einen unterdurchschnittlichen Beitrag zur Lastdeckung liefert, während die Photovoltaik die Lastspitzen in der Mittagszeit abfedert«, so Matthias Kurth, Präsident der BNetzA.

Im Frühjahr und Sommer produzieren Windenergieanlagen relativ wenig Strom, auch der Verbrauch geht tendenziell zurück. In dieser Zeit ist die Netzlast vergleichsweise gering. Ob für die Zeit der anstehenden Revisionen anderer Kraftwerke und für windreiche und verbrauchsstärkere Phasen besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen, werde derzeit von den Netzbetreibern analysiert. »Die Bundesnetzagentur diskutiert dabei mit den Netzbetreibern auch technische Aspekte, wie die Bereitstellung der sog. Blindleistung, die für die Spannungshaltung vor Ort bereitstehen muss. Diese Aspekte sind vor allem für die industriellen Ballungsräume in Süddeutschland wichtig, in denen fünf Kraftwerke im Zuge des Moratoriums abgeschaltet wurden«, so Kurth.

»Ein gutes Zeichen ist, dass die Strompreise auf die Abschaltung der Kernkraftwerke relativ gelassen reagierten: Der Preis für Stromlieferungen im Jahr 2012 stieg an der Strombörse von 53 €/MWh auf 60 €/MWh. Wenn wir bedenken, dass wir in der Spitze schon mal Preise von rund 90 Euro pro Megawattstunde im Juni 2008 hatten, besteht zur Dramatik kein Anlass«, so Kurth ferner.