Bundesverband Wärmerecycling gegründet

Zwölf Institutionen haben den Bundesverband Wärmerecycling gegründet – eine Netzwerkplattform für mehr Energieeffizienz im Wärmesektor. Zu den Verbandsmitgliedern gehören auch die Energieunternehmen Enercity und die Stadtwerke Osnabrück.

05. April 2017

Das Gelingen der Energiewende hängt entscheidend vom Umbau der Wärmeversorgung ab, so die Gründungsmitglieder. Mehr als 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und aller CO2-Emissionen entfallen auf den Wärmebereich.

Ein Prozent mit Potenzial

Genau hier setzt der neue Bundesverband an, sagt Professor Matthias Reckzügel, Leiter des Kompetenzzentrums Energie an der Hochschule Osnabrück. Wenn es gelingt, nur ein Prozent der Wärmeenergie in Deutschland zu recyceln, können dadurch 2.500.000 t CO2 oder 1.000.000 t Erdgas pro Jahr eingespart werden, so die Mitglieder des neuen Verbandes.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben den beiden Energieversorgern unter anderem auch die Unternehmen Energiedienst, HTP Ingenieur, Innotec Industrievertretung, Jaske & Wolf Verfahrenstechnik und Viessmann. Auch beteiligt ist etwa die Hochschule Osnabrück, das Steinbeis Transferzentrum sowie die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

Stand der Technik aufzeigen

Der Verband bündele das vorhandene Energieeffizienz-Know-how der Mitglieder und stelle es dem Netzwerk zur Verfügung, heißt es in der Mitteilung von Enercity. "Zentraler Anspruch ist, den aktuellen Stand der Technik anhand von bereits realisierten Projekten und valider Daten zu publizieren."

Erfolgreiche Pilotprojekte sollen hervorgehoben und auf andere Bereiche und energieintensive Branchen übertragen werden.

Erstes Referenzprojekt Bäder

Das Moskaubad in Osnabrück mit einer effizienten und preisgekrönten Wärmerückgewinnungstechnologie sowie einer innovativen Lüftungstechnik ist das erste Referenzobjekt des neu gegründeten Verbandes.

„Bäderbetriebe sind bekanntermaßen sehr energieintensiv“, erklärte Jürgen August, Leiter Bädertechnik bei den Stadtwerken Osnabrück. „Hier gibt es insbesondere in der Wärmerückgewinnung noch sehr viel Effizienzpotential.“

Industrieabwärme in Hamburg

Ein weitereres Projekt betrifft Industrieabwärme für Hamburgs östliche Hafencity. Eine Beteiligung der Stadtwerke Hannover, Enercity Contracting Nord aus Hamburg, unterzeichnete einen Vertrag mit Aurubis über die Nutzung von industrieller Abwärme zur  Versorgung der Hafencity Ost.

Die industrielle Abwärme aus dem Hamburger Aurubis-Werk wird für die energieeffiziente Fernwärmeversorgung der östlichen Hafencity genutzt. Es handelt sich um Wärme, die während  der Umwandlung von Schwefeldioxid – ein Nebenprodukt, das bei der Kupferschmelze anfällt – zu Schwefelsäure entsteht.