Chancen nicht verschenken

Dienstleister hilft Unternehmen, Energie optimal einzukaufen

Der Aufbau einer eigenen Stromhandelsabteilung erfordert hohe Investitionen, dazu kommen erhebliche Vorlauf- und Fixkosten einer solchen Handelsabteilung. Ein erfahrenes Energieunternehmen wie BP Energie kann beispielsweise Industrieunternehmen kostensparende und effektive Lösungen für die Verwaltung der Einkaufsportfolios bieten.

05. Dezember 2001

Die Liberalisierung des Strommarktes bietet gerade für Großabnehmer im Bereich des Stromeinkaufs eine Bandbreite von Chancen und Möglichkeiten. Jedoch bringt der „offene Markt“ nicht nur Flexibilitäten mit sich, die diversen Chancen bergen auch Risiken - diese müssen erkannt und kontrolliert werden. Dazu bedarf es einer detaillierten Kenntnis des Marktes, seiner intensiven, ständigen Beobachtung und der Beherrschung der notwendigen Instrumentarien und Märkte.

Aktive Gestaltungs- und Optimierungsmöglichkeiten eines Elektrizitätseinkaufsportfolios sind erstmals seit Februar 2000 gegeben, als die Verbändevereinbarung II verabschiedet wurde. Die Kompetenz an den Beschaffungsmärkten (Börsen und OTC) wird für Verteilerunternehmen und industrielle Großabnehmer zu einer Notwendigkeit, um im Einkauf der hier bewegten großen Mengen sowohl vom Preis als auch vom Risikomanagement her optimale Ergebnisse zu erzielen und damit im Wettbewerb zu bestehen.

An dieser Stelle stellt sich für jedes Unternehmen zunächst die Frage, ob der Aufbau einer eigenen Stromhandelsabteilung wirtschaftlich lohnenswert ist. Der Aufbau eigener Stromhandelsabteilungen erfordert hohe Investitionen. Hinzu kommen die erheblichen Vorlauf- und Fixkosten einer solchen Handelsabteilung. Hier kann ein erfahrenes Energieunternehmen wie BP Energie in der Verwaltung der Einkaufsportfolios kostensparende und effektive Lösungen bieten. Der Einstieg in den liberalisierten Energiemarkt, der Zugang zu den jeweiligen OTC- und Börsenmärkten, ist kurzfristig möglich - ebenso wie die notwendige Abwicklung der physischen Lieferung.

BP Energie verbindet die Kommunikationssysteme für die Verwaltung der Kundendaten, entwickelt von dem Hamburger Unternehmen Pmax, mit den umfassenden Energiehandels- und Marketingerfahrungen von BP, einem der größten Energieunternehmen der Welt. BP ist nach eigenen Angaben eines der marktführenden Energieunternehmen für gewerbliche und industrielle Kunden in den wettbewerbsstärksten Märkten in Großbritannien und den USA.

BP Energie agiert als externer Portfolio Manager wie eine eigene Handelsabteilung in enger Abstimmung mit dem Kunden. Zunächst werden kundenindividuelle Informationen über physischen Bedarf, geplante Eigenerzeugung (soweit vorhanden) und andere relevante Daten vom Portfolio Manager ausgewertet. Daraus werden Optimierungsmöglichkeiten erarbeitet und Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise gegeben, die in enger Kooperation mit dem Kunden abgestimmt, beschlossen, im weiteren Verlauf regelmäßig geprüft und bei Bedarf kurzfristig geändert werden.

Für einen effektiven Optimierungsprozess muss zunächst eine Analyse des Energiebedarfs vorgenommen werden. Als Ergebnis entsteht eine Prognose für den Betrachtungszeitraum. Anhand der dann vorliegenden Lastkurve werden Jahresbänder baseload und peakload eingekauft und die Energiemenge preislich abgesichert (Hedging). Für die tägliche Optimierung angesichts der Regelenergiekosten können dann die Strombörsen (EEX und LPX) und der OTC-Markt (Over-The-Counter) genutzt werden. Verbleibende Differenzen werden durch spezielle Beschaffungspläne sowie die Regelenergie ausgeglichen (siehe auch Grafik).

Um dies möglichst optimal zu gestalten, sind fundierte Marktkenntnisse sowie ausgezeichnete Kommunikations- und Informationsquellen notwendig. Hierzu benötigt der Händler jeweils ein einwandfrei funktionierendes Middle- und Backoffice, welche ihn mit diesen Daten versorgt und die Abwicklung der Handelsgeschäfte sichert. Detaillierte Research- und Analystendaten helfen, Risiken auszuschalten.

Bisherige Praxis vor der Liberalisierung des Strommarktes war der Abschluss eines längerfristigen Strombezugsvertrages mit dem regionalen Versorgungsunternehmen zum Decken des gesamten Bedarfs. Üblich war ein hoher Fixkostenanteil, der das Ausnutzungsrisiko dem Kunden aufbürdete. Ein solcher Vertrag ist unter den neuen Rahmenbedingungen eines sich ständig ändernden Marktes extrem risikoreich. In Zukunft wird die Flexibilität, kurzfristig auf Marktschwankungen reagieren zu können, ein viel größeres Gewicht erhalten. Daher wird der Vertrag mit einem einzigen Lieferanten eher die Ausnahme und die Mischung von mehreren Verträgen mit unterschiedlichen Lieferanten, verschiedenen Laufzeiten und Flexibilitäten der Normalfall sein.

Die Möglichkeiten, den Stromeinkauf hinsichtlich des reinen Energiepreises effektiver zu gestalten, sind enorm gestiegen. Existierte vor der Liberalisierung nur ein fixer Betrag, betrachtet man heute die einzelnen Bestandteile des Preises genau und hat dadurch diverse Optimierungsmöglichkeiten. Der Energiepreis setzt sich in der Regel zusammen aus einer Vertriebsmarge, der Risiko-Regelenergieprämie, der Risiko-Preisprämie, dem „reinen“ Preis von Börse oder OTC-Markt und den gesetzlichen Abgaben. Ist beispielsweise an den gesetzlichen Abgaben nicht viel zu rütteln, bieten die Risikobestandteile jedoch enorme Einsparungsmöglickeiten. Die richtige Herangehensweise kombiniert mit einer effizienten Handelsstrategie kann hier Kostenreduzierungen herbeiführen.

Die Bedarfsdeckung über die Börsen und den OTC-Markt bedeutet, die Vorteile des Wettbewerbes zu erschließen und die Möglichkeiten des liberalisierten Strommarktes frühzeitig und effizient zu nutzen. Der direkte Marktzugang bietet umfassende Möglichkeiten in der Preisbeeinflussung und ein hohes Optimierungspotenzial. Unerlässlich hierbei ist die Installation von zuverlässigen und schnellen Kommunikationswegen zum Datenaustausch sowie das Bereitstellen von Ressourcen für den hohen Abwicklungsaufwand. Sind diese Voraussetzungen beispielsweise über eigene Ressourcen oder einen externen Dienstleister gegeben, stellt der direkte Marktzugang eine stark zukunftsorientierte Form der Strombeschaffung mit allen Chancen und Möglichkeiten dar.

Erschienen in Ausgabe: 12/2001