Klimaschutz

CO2-Ausstoß: Hilft die Algentherapie?

Der weltweite CO2-Ausstoß ist zu hoch, warnen Experten seit Jahren. Lässt sich mit Algen die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre nachhaltig senken?

06. Dezember 2018
CO2-Ausstoß: Hilft die Algentherapie?
(Bild: ©jozsitoeroe – stock.adobe.com)

Forscher der TU München haben ein Verfahren entwickelt, um Treibhausgas für die Kohlefaserherstellung einzusetzen. Zusammen mit Forscherkollegen haben Chemiker der Technischen Universität München (TUM) einen Prozess entwickelt, der nach ersten Berechnungen eine wirtschaftliche Entfernung des Treibhausgases Kohlendioxid aus der Atmosphäre ermöglichen könnte, heißt es.

»Der aktuellste Weltklimareport (IPCC Special Report on Global Warming of 1.5°C) hält das Verfahren für global relevant«, so die TU.

Algen verwandeln dabei Kohlendioxid aus der Atmosphäre, aus Kraftwerken oder Abgasen der Stahlindustrie in Algenöl. In einem zweiten Schritt werden daraus wertvolle Carbonfasern erzeugt. »Und das auch noch wirtschaftlich, wie erste Analysen zeigen«, heißt es in einer Mitteilung.

Ein klimaneutrales Verfahren

Wichtige technologische Grundlagen legten Professor Thomas Brück und sein Team am Algentechnikum der TU München.

Den Angaben zufolge erzeugen die dort untersuchten Algen nicht nur Biosprit, sondern aus ihnen lassen sich auch Polyacrylnitrilfasern (PAN) herstellen.

Die Energie von Parabol-Sonnenspiegeln verkohlt anschließend die PAN-Fasern CO2-neutral zu Kohlefasern.

»Mit diesen lassen sich leichte und hochfeste Werkstoffe herstellen. Am Ende des Lebenszyklus der Carbonfasern könnte man diese in leere Kohleflöze einlagern und entzöge damit die entsprechenden Kohlendioxid-Äquivalente dauerhaft der Atmosphäre«, so die TU.

Wird Klimaziel 2030 erreicht?

Nichtregierungsorganisationen haben ein Maßnahmenpapier erarbeitet, damit Deutschland sein Klimaziel 2030 erreicht. Mitte November wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt. Zentrale Forderungen sind ein baldiger Kohleausstieg sowie ein ambitionierter CO2-Preis.

»Deutschland wird das Klimaziel 2020 drastisch verfehlen. Für das 2030-Ziel ist das keine Option«, so Antje von Broock vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

»Ein Klimaschutzgesetz muss für rechtliche Verbindlichkeit in allen Sektoren sorgen«, so von Broock weiter.