CRM wird zum EVU-Cockpit

DV-technische Abbildung der Prozesse vom Kunden her aufrollen

Die Unterstützung von Marketing, Vertrieb und Services stellt die sydios it solutions mit ihren IT-Lösungen für EVU in den Mittelpunkt. CRM muss die Wettbewerbsposition des EVU stärken, sagt Norbert Neumann, der bei dem Berliner Unternehmen für Branchenlösungen verantwortlich ist. Er erklärt, welchen Nutzen EVU von dem Lösungsansatz des IT-Dienstleisters haben.

04. Juli 2002

Die Kompetenz, welche die sydios it solutions GmbH, ein Unternehmen von Berlinwasser, in den vergangenen zehn Jahren aus Projekten in unterschiedlichen Branchen sammeln konnte, soll vermarktet werden: „Wir wollen unsere CRM-Erfahrungen EVU und deren Partnern für Vertrieb, Service und Handel zugänglich machen“, sagt der Geschäftsbereichsleiter, „denn spartenübergreifendes und kundenorientiertesAgieren ist künftig entscheidend bei der Umsetzung in unternehmensspezifische IT-Lösungen“. Integrierte Abrechnung synchronisiert mit Vertrieb und Marketing zum Beispiel sei für alle Medien interessant: Strom, Gas, Wasser/Abwasser, Fernwärme ergänzt durch Telekommunikation und neue komplementäre Dienstleistungen. So könnten selbst die Wohnungswirtschaft - wichtige Geschäftspartner von EVU - von den Konzepten des Berliner IT-Dienstleisters profitieren.

Welche IT-Werkzeuge und -systeme im Hintergrund agiere, sei erst in zweiter Linie wichtig, sagt Neumann. „Wesentlich ist vielmehr, dass Vertrieb, Marketing und Service - also die kundenorientierten Prozesse - im Vordergrund stehen.“ Aus diesem Grund denken die Berliner auch nicht produktorientiert, wenn sie IT-Lösungen gestalten. Sie analysieren zunächst die Bedürfnisse des Partners, entwickeln das passende Konzept und wählen erst dann die geeignete Softwarewerkzeuge aus. Neumann: „Das Customer Relationship Management wird im Wettbewerb gewissermaßen zum Cockpit eines EVU, von dem aus alle anderen Prozesse gesteuert werden.“

Gemäß der veränderten Kundenanforderungen unter Wettbewerbsbedingungen müssten Stadtwerke auch ihre Unternehmensstrategie ausrichten, daher sei dieser Abbildungsansatz durchaus plausibel, macht Neumann deutlich. Bislang habe die Branche jedoch großenteils noch keine geeigneten Lösungen im Einsatz, um die vielfältigen neuen Prozesse und den Multi-Utility-Gedanken umzusetzen sowie alle Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. Besonders die mangelnden Integration der neuen Medien macht dem IT-Experten sorgen: „Das Internet muss als vollwertiger Kommunikationskanal anerkannt werden und ist voll in die anderen Prozesse zu integrieren.“

Gerade das Internet eröffne Möglichkeiten für neue Dienstleistungen. So könnten Stadtwerke Umzugsservices anbieten, Handwerker vermitteln und vieles mehr. Neumann warnt davor, das Internet nur als Beschaffungs-Plattform für C-Teile zu verstehen. „Der örtliche Versorger kann im Rahmen von Partnerschaften in der Region mit Hilfe des Internets ein Dienstleistungsbündel anbieten, dass ein deutliches Alleinstellungsmerkmal als Service-Provider gegenüber überregionalen Anbietern schafft.“

Doch trotz des massiven Marktdrucks sollten sich die EVU davor hüten, die Lösungen aktueller Probleme durch voreilige Produktentscheidungen erzwingen zu wollen. „Erst sollte die Geschäftsstrategiebestimmen und dann das IT-Projekt aufgesetzt werden. Dieses sollte in kleinere funktionsfähige Teilprojekte gegliedert werden können, damit der Nutzen frühzeitig sichtbar wird und die Motivation der Anwender erhalten bleibt“, sagt Neumann. Wie das aussehen kann, erläutert die sydios it solutions beispielsweise in Vorträgen über einer neuartigen e-Business-Lösung für EVU auf der E-world of energy in Essen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2002