Synergien

Da funkt‘s

Das Internet der Dinge (IoT)macht es möglich: die komplett automatisierte Mehrspartenzählerauslesung. Sie basiert auf moderner Funktechnik.

08. April 2019
Da funkt‘s
(Bild: schulzfoto/stock.adobe.com)

Das Long Range Wide Area Network, kurz Lorawan, hat sich für viele smarte Anwendungen in der Energiewirtschaft als beste Option für den Datentransfer erwiesen. Viele Stadtwerke haben bereits mit der Umsetzung groß angelegter Projekte begonnen. Neben zahlreichen Smart-City-Anwendungen stehen vor allem innovative Lösungen im Bereich Metering auf der Agenda.

Mehrspartenauslesung

Bisher mussten mitunter mehrere Lieferanten die Zähler separat auslesen und mehrere Ableser das Haus betreten. Ist kein unmittelbarer Zugang zu Gebäuden möglich, hat dies eine aufwendige und oft lückenhafte Datenerfassung zur Folge. Durch den Einsatz der Lorawan-Technologie können Stadtwerke den Ableseprozess bündeln und den gesamten Ablauf digitalisieren.

»Viele Energie-versorger haben bereits Messgeräte ausgeschrieben.«

— Zenner

Die Zähler beziehungsweise aufgesetzte OCR-Geräte übertragen die Messdaten mittels integrierter oder angeschlossener Lorawan-Funkmodule in regelmäßigen Abständen an IoT-Gateways. Diese senden die Datentelegramme an cloudbasierte Datenbanken, wo sie gespeichert und für die Abrechnung oder andere Anwendungen aufbereitet werden. Die Daten können entweder unmittelbar per Lorawan-Gateway in die Backendsysteme übermittelt werden oder demnächst über die Smart Meter Gateways der intelligenten Messsysteme.

Das IoT-Gateway von Zenner wird dafür mit der CLS-Schnittstelle des SMGW verbunden. Diese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierte Schnittstelle ermöglicht eine Datenübertragung über einen besonders abgeschirmten Kommunikationskanal. Er ist prädestiniert für den Transfer von Daten aus Verbrauchzählern und Sensoren in der Wohnung und damit beispielsweise auch geeignet für Submetering-Dienstleister.

Der Rollout intelligenter Messsysteme eröffnet für Stadtwerke somit die Chance, Mehrwertlösungen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, aber auch den CSL-Kanal an externe Marktteilnehmer zu vermieten.

Submetering

Immer mehr Stadtwerke identifizieren das Submetering als neues Geschäftsmodell. Die Tätigkeit ist mit dem klassischen EVU-Business verwandt, besitzt Kundenbindungspotenzial und ist lukrativ. § 6 des Messstellenbetriebsgesetzes eröffnet hier interessante Perspektiven: Ab 2021 können Hauseigentümer selbst entscheiden, wer den Messstellenbetrieb in ihrer Immobilie übernimmt. Bedingung: Der neue Messstellenbetreiber rüstet alle Stromzählpunkte der Liegenschaft mit intelligenten Messsystemen aus und bündelt den Messstellenbetrieb mindestens einer weiteren Sparte wie beispielsweise Gas, Fernwärme oder Heizwärme über das Smart Meter Gateway, ohne dass dadurch für die betroffenen Anschlussnutzer Mehrkosten entstehen. Gleichzeitig kommt dadurch Bewegung in den Markt, dass ab 2020 der Einbau von Funkzählern vorgeschrieben ist, um eine kontinuierliche Verbrauchserfassung und -visualisierung zu ermöglichen.

IoT-Gateway

Viele Energieversorger haben bereits entsprechende Messgeräte und Systeme ausgeschrieben oder befinden sich in konkreten Projekten. Submetering-Zähler wie Heizkostenverteiler oder andere Sensoren wie etwa Rauchmelder lassen sich über das IoT-Gateway ebenso auslesen wie die Zähler weiterer Versorgungssparten. Hier wie da können die Daten zur Erstellung tagesscharfer Verbrauchsabrechnungen und für die individuelle Verbrauchsüberwachung genutzt werden.

Gerade im eigenen Einzugsgebiet haben die Energieversorger den Vorteil einer schon bestehenden Kundenbeziehung zu den Immobilienbesitzern. Insbesondere kleine und mittelgroße Wohnungsgesellschaften bevorzugen es, mit dem als verlässlich und seriös bekannten örtlichen Versorger auch im Bereich der wohnungsweisen Verbrauchsabrechnung zu kooperieren.

Erschienen in Ausgabe: 08/2018