Dark Spread

PROGNOSE Als ein erster Indikator, um die Entwicklung des Strom- Terminmarktes fundamental beurteilen zu können, bietet sich die Berechnung des Dark Spread an.

27. Mai 2007

Dabei werden für ein exemplarisches Kohlekraftwerk die variablen Stromgestehungskosten für einen künftigen Zeitraum berechnet, die unter der Annahme von Brennstoffpreisen für den gleichen Zeitraum im Markt beobachtet werden können. Jedoch genügt es seit der Einführung des EU-weiten Emissionshandels nicht mehr, nur die Brennstoffpreise einzubeziehen. Tatsächlich sind die benötigten Emissionszertifikate entsprechend dem CO2-Gehalt der Steinkohle zu berücksichtigen, deren Preise ebenfalls Änderungen unterworfen sind.

Der am Spotmarkt beobachtete Dark Spread variierte in den vergangenen Jahren, da die Strompreise in Deutschland natürlich nicht allein von der Steinkohle abhängen. Dennoch bewegte sich der Dark Spread im Durchschnitt der letzten Jahre im Bereich von 2 bis 10 €/MWh.

Auf dem Terminmarkt hingegen handelt der Dark Spread deutlich höher. Der Dark Spread für das Kalenderjahr 2008 hat zu Jahresbeginn bei etwa 15 €/MWh gelegen und sich seitdem etwas schwächer entwickelt. Dies scheint zunächst zu überraschen, hat doch das Kalenderjahr 2008 auf dem Strommarkt seit Ende Februar wieder deutlich angezogen. Die Betrachtung des Dark Spread zeigt aber, dass die gleichzeitigen Preissteigerungen des Kohle- und Emissionsmarktes relativ zum Strommarkt sogar etwas stärker waren. D. h. der Preisanstieg auf dem deutschen Terminmarkt lässt sich durchaus auf gestiegene Steinkohle- und Emissionspreise zurückführen.

Dr. Stephan Illerhaus

Erschienen in Ausgabe: 06/2007