Das E-Auto im virtuellen Kraftwerk

Auto, Wohnhaus und Stromversorgung in einem intelligenten Energienetz verknüpft: Im Rahmen eines Forschungsprojekts führt Audi gemeinsam mit weiteren Partnern einen Modellversuch mit Haushalten im Raum Ingolstadt und der Region Zürich durch.

30. Januar 2018

Dabei werden Photovoltaikanlagen unterschiedlicher Größe mit stationären Batteriespeichern kombiniert. Die Steuerungssoftware des Züricher Start-up Ampard verteilt den Solarstrom intelligent anhand des aktuellen oder planbaren Bedarfs von Auto, Haushalt und Heizung.

Einzigartig an dem Pilotprojekt Audi Smart Energy Network sei die zusätzliche Interaktion mit dem Stromnetz, teilt der Fahrzeughersteller weiter mit. Über eine integrierte Kommunikationsschnittstelle werden alle Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschaltet und bilden ein Smart Grid.

Regelleistung aus dem Heimspeicher

Die vernetzten Heimspeicher stellen Regelleistung bereit. Das heißt: Sie gleichen die Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch aus und stabilisieren die Netzfrequenz, indem sie kurzfristig kleinere Mengen Energie stationär zwischenspeichern. Der Eigenverbrauch wird dabei optimiert: Die Betreiber von Photovoltaikanlagen erhöhen ihren Verbrauchsanteil am Solarstrom und senken zugleich ihre Strombezugskosten.

„Wir begreifen Elektromobilität im Kontext des gesamten, immer mehr auf erneuerbaren Quellen basierenden Energieversorgungssystems“, so Dr. Hagen Seifert, Leiter Nachhaltige Produktkonzepte bei Audi.

„Mit der Präqualifikation am Regelleistungsmarkt – also der Befähigung im Rahmen des Modellversuchs Strom ins Netz einzuspeisen – nehmen wir eine Pionierrolle ein. Damit ist es erstmals auch auf der Ebene einzelner Haushalte möglich, zum Ausgleich des gesamten Stromnetzes beizutragen.“