Das erste Halbjahr im Rückblick

SPOTMARKT Der Januar wurde dominiert von preisdrückenden Faktoren.

05. August 2007

Insbesondere hervorzuheben sind die milden Witterungsbedingungen und das ausgezeichnete Windangebot. Darüber hinaus war die konventionelle Kraftwerksverfügbarkeit ebenfalls sehr gut, sodass die Spotpreise erst gegen Ende des Monats bei kälteren Temperaturen und höherer Nachfrage die Marke von 40 €/MWh für Baseload durchbrachen. Mit durchschnittlich etwa 32 €/MWh war Baseload im Januar knapp halb so teuer wie im Vorjahr. Nur wenig sollte sich daran im Februar ändern. Lediglich die Spotpreisnotierungen für CO2-Zertifikate setzten ihren freien Fall auch im Februar fort und notierten erstmalig unter 1 €/t - Anfang des Jahres bewegten sie sich noch etwa bei 5,5 €/t. Mit einer um etwa 4,5 °C höheren monatlichen Durchschnittstemperatur als im langjährigen Mittel zeigte sich der März fast schon als erster Frühsommermonat: Mit durchschnittlich 25,9 €/MWh war Baseload im März so billig wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr.

Damit war der bisherige Tiefpunkt in 2007 erreicht. Der April zeigte sich leicht stärker, bedingt durch den Beginn der Wartungsarbeiten an vier deutschen Kernkraftwerken sowie technischer Probleme des KKW Isar. Wegen knapper Erzeugungskapazitäten in Frankreich stiegen die Exporte aus Deutschland und stützten ebenfalls die Preise. Am 24. April wurde der Markt von dem ersten Mini-Spike des Jahres überrascht, als Phelix Base an der EEX bei 68 €/MWh fixiert wurde. Dennoch beruhigte sich der Spotmarkt schnell wieder und verharrte im Mai ungefähr auf dem Niveau des Vormonats, auch bedingt durch die Feier- und Brückentage. Allerdings sorgten die verzögerte Wiedereinschaltung von Brunsbüttel und Grohnde, das Fehlen von Wind und knappe Erzeugung in den Niederlanden für den zweiten Mini- Spike am 23. Mai mit 74 €/MWh. Entsprechend nervös gingen die Marktteilnehmer in den ersten Sommermonat Juni, und tatsächlich zeigte sich auch ein deutlich volatilerer Spotmarkt, der für den 12. Juni mit 85,4 €/MWh den bislang höchsten Phelix Baseload dieses Jahres markierte.

Dr. Stephan Illerhaus (stephan.illerhaus@statkraft.de)

Erschienen in Ausgabe: 08/2007