Das Netz ist im Stress

Die Stromnetzbetreiber in Deutschland konnten 2015 das sehr hohe Versorgungsniveau halten. Das belegt die Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik 2015 des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE.

23. November 2016

Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer pro Kunde und Jahr betrug 11,9 Minuten. Das war exakt derselbe Wert wie 2014.

 

Immer mehr Redispatch

 

„Das erneut sehr hohe Niveau der Versorgungszuverlässigkeit in Deutschland ist vor dem Hintergrund einer stark steigenden Zahl von Redispatch-Maßnahmen zu sehen“, so der VDE.

 

„Übertragungs- und Verteilnetze werden immer häufiger nahe den Betriebsgrenzen der Netze betrieben - der Stress in den Netzen nimmt also zu.“

 

Werden Stromausfälle durch höhere Gewalt einbezogen, dazu zählen insbesondere Unwetter, liegt die mittlere jährliche Unterbrechungsdauer pro Stromkunde im Jahr 2015 bei 15,3 Minuten (2014: 13,1 Minuten/a).

 

Stürmisches Frühjahr 2015

 

Dieser leichte Anstieg ist den Angaben zufolge insbesondere auf die Orkane Elon/Felix im Januar 2015 und Niklas Ende März 2015 zurückzuführen.

 

Ein zweiter wichtiger Kennwert der Verfügbarkeitsstatistik ist die Häufigkeit, mit der ein Stromkunde im Verlauf eines Jahres durchschnittlich von einer Versorgungsunterbrechung betroffen ist.

 

Dieser Wert, der 2014 mit 0,24 Ausfällen pro Jahr historisch niedrig war, lag 2015 etwas höher bei 0,29 Ausfällen pro Jahr.

 

Das entspricht 2,9 Stromausfällen pro Stromkunde innerhalb von zehn Jahren. Die unterschiedlichen Werte für 2014 und 2015 zeigen, wie stark einzelne extreme Wetterereignisse die Störungsstatistik beeinflussen können.