Den Horizont erweitern

Ohne intensivere Einsparungen beim Stromverbrauch droht in Deutschland 2023 eine Kapazitätslücke. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers (PwC). Durch erhöhte Energieeffizienz könnte das Aufkommen der Kapazitätslücke jedoch um einige Jahre verzögert werden, so das Unternehmen.

28. November 2014

»Diese Option wird in der Diskussion über das künftige Strommarktdesign und Kapazitätsmärkte bisher kaum berücksichtigt«, so PwC. Gelingt es nicht, den Stromverbrauch massiv zu senken, lassen sich den Angaben zufolge die CO2-Emissionen im Stromsektor bis 2050 nur um 50 bis 65 % gegenüber 1990 senken. Die Bundesregierung hat ein Einsparziel von 80 bis 95 % für den gesamten CO2-Ausstoß gesetzt.

Die Studie analysiert, wie sich unterschiedliche Optionen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit auf Kosten und Emissionen auswirken. Neben der hohen Bedeutung der Energieeffizienz zeigt die Studie auf, welche enormen Chancen die Verknüpfung von Strom- und Wärmemarkt bietet. So könnte die intensivere Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zur Schließung der Kapazitätslücke im Strommarkt bis 2050 Kosten in Höhe von bis zu 30 Mrd. € und 210 Mio. t CO2-Emissionen einsparen. »Das entspricht in etwa zwei Drittel des jährlichen CO2-Ausstoßes des Stromsektors und zeigt das enorme Potenzial, das in der Kraft-Wärme-Kopplung steckt«, sagt Dr. Norbert Schwieters, der bei PwC den Bereich Energiewirtschaft leitet. Deswegen hält er es für sinnvoll, bei der künftigen Gestaltung des Strommarktes immer auch die Wechselwirkungen mit dem Wärme- und dem Verkehrssektor einzubeziehen.

Weitere Informationen unter www.pwc.de/energieeffizienz.