dena-Studie: Neue Strategie für Erdgas als Kraftstoff

Bis 2020 könnte Zahl der Erdgasfahrzeuge in Deutschland auf 1,4 Mio. steigen

25. Januar 2010

Erdgas und Bio-Erdgas (Biomethan) bleiben als Kraftstoffe in Deutschland bisher weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, obwohl sie bewährt sind und im Vergleich zu Diesel oder Benzin deutlich weniger CO2-Emissionen und Schadstoffe verursachen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Mit einem abgestimmten Vorgehen von Politik, Tankstellenbranche, Gaswirtschaft, Fahrzeugherstellern und Forschung könnte der Marktanteil von derzeit 0,3 % auf mindestens vier Prozent im Jahr 2020 erhöht und die Zahl der Erdgasfahrzeuge entsprechend von 85.000 auf rund 1,4 Mio. gesteigert werden.

„Wenn alle Akteure eine gemeinsame Roadmap entwickeln und konsequent verfolgen, werden Erdgas und Biomethan schnell einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Mit einer neuen Kraftstoffstrategie kann die Bundesregierung Planungssicherheit herstellen. Die Wirtschaft kann damit das Tankstellennetz und das Fahrzeugangebot konsequenter als bisher ausbauen“, so Kohler weiter. Darüber hinaus sei eine transparente Auszeichnung der Kraftstoffpreise nötig, die die unterschiedlichen Kraftstoffe auf eine einheitliche Bezugsbasis stellt und damit den Verbrauchern einen echten Vergleich zwischen den Kraftstoffpreisen ermögliche.

Die Märkte für Erdgas und Biomethan im Verkehr brauchen, laut dena, von der Politik eine langfristige Perspektive. Dazu gehören Steuervorteile für CO2-arme Kraftstoffe und eine ambitionierte Beimischungsquote für die Einspeisung von Bio-Erdgas ins Erdgasnetz.

In den ersten Monaten dieses Jahres wird die Zahl der Erdgastankstellen auf rund 900 steigen.