Dena-Studie zum Nutzen von Smart Meter

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) hat in einer Studie die Kosten, den Nutzen und den regulatorischen Rahmen für die Einführung von Smart Meter aus Sicht der Verteilnetzbetreiber analysiert.

25. Juli 2014

Intelligente Zähler und Messsysteme, sogenannte Smart Meter, können das Stromnetz in Deutschland entlasten und den Ausbau auf der Verteilnetzebene bis 2030 deutlich reduzieren. Dafür sind erhebliche Investitionen nötig, insbesondere auf Seiten der Netzbetreiber. Die Kosten für die Ausstattung von einer Million Messpunkten liegen zwischen 467 bis 837 Mio. €, so ein Ergebnis der Studie. Smart Meter ermöglichen, den Netzbetrieb neu zu organisieren, die Erzeugung und den Verbrauch von Strom optimal aufeinander abzustimmen und so die Integration von erneuerbaren Energien in das Stromsystem zu erleichtern, so Stephan Kohler, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. Durch die Studie lassen sich Kosten und Nutzen für Verteilnetzbetreiber genauer abschätzen, so Kohler weiter.

Die Studie ist aufgeteilt in drei Gutachten: Im Kostengutachten untersucht die Dena den Investitionsbedarf für eine erfolgreiche Smart-Meter-Einführung entlang der gesamten Wertschöpfungskette für verschiedene Netzbetreibertypen. Im Netzgutachten bewertet sie den Nutzen von Smart Metern für die Vermeidung von Netzausbau und -umbau. Die Ausgestaltung des regulatorischen Rahmens wird im regulatorischen Gutachten analysiert. Die Studie baut dabei auf den Empfehlungen der Kosten-Nutzen-Analyse für intelligente Zähler und Messsysteme auf, die 2013 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) erstellt wurde. Diese Analyse empfiehlt, in den kommenden Jahren intelligente Zähler und Messsysteme an mehr als 50 Millionen Messpunkten in Deutschland zu installieren. Die Verteilnetzbetreiber gehen für diese Anschaffung in Vorleistung. »Die derzeitige Regulierung führt dazu, dass sich die Rückzahlung der Investitionen für die Netzbetreiber um bis zu zehn Jahre verzögert«, kritisiert Kohler. Um Liquiditätsprobleme bei den Netzbetreibern zu vermeiden, müsse die Politik den gesetzlichen Rahmen anpassen. Die Studie empfiehlt deshalb eine Weiterentwicklung der sogenannten Anreizregulierung. Mit ihr legt die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Höhe der Entgelte fest, über die die Verteilnetzbetreiber auch die Kosten für die Smart-Meter-Einführung refinanzieren müssen. Die Anreizregulierung sollte gewährleisten, dass die jährlich anfallenden Investitionen und die über die Jahre ansteigenden laufenden Kosten zeitnah zurückfließen.

Die Einführung von Smart Metern kann laut Studie bis 2030 die für den Netzausbau notwendigen Investitionen um bis zu 36 % reduzieren – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: Zum einen müssen sich die Verbraucher aktiv beteiligen, indem sie zum Beispiel mithilfe der intelligenten Zähler Strom sparen und bestimmte Geräte dann nutzen, wenn es für den Netzbetrieb sinnvoll ist. Zum anderen müssen die Netzbetreiber die Möglichkeit haben, die Stromeinspeisung aus dezentralen Erzeugungsanlagen sowie das Zuschalten von stromverbrauchenden Anlagen (Lasten) zu steuern. Damit Smart Meter ihr volles Potenzial entfalten können, muss der Gesetzgeber auch hierfür die rechtlichen Grundlagen schaffen.

Die in drei Gutachten – Kosten, Netze und regulatorischer Rahmen – aufgeteilten Analysen und Empfehlungen, finden sich in der Zusammenfassung der Studie »Einführung von Smart Meter in Deutschland: Analyse von Rollout-Szenarien und ihrer regulatorischen Implikationen«. An dem Projekt waren folgende Projektpartner beteiligt: Allgäu Netz GmbH & Co. KG, Die Netzwerkpartner n. e. V., Drewag Netz GmbH, E.dis AG, EWE Netz GmbH, Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH, Münster Netz GmbH, Netze BW GmbH, RWE Metering GmbH, Stromnetz Berlin GmbH sowie die Thüga AG.