Der Dark Spread befindet sich im Abwärtstrend

Markt-News

Seit Ende August ist der Dark Spread Base für die Wintermonate November bis Februar nahezu kontinuierlich gesunken.

23. Oktober 2014

Am stärksten schrumpfte die kurzfristige Marge für Kohlekraftwerke mit einem Wirkungsgrad von 39% für den Monat November: Sie sank um 40% auf gerade einmal 4,5€/MWh. Und selbst für das gesamte erste Winterquartal im Jahr 2015 gehen die Marktteilnehmer auf dem Strommarkt von einer Marge in Höhe von nur 4,8€/MWh aus. Diese liegt zwar noch deutlich über der realisierten Marge im ersten Quartal dieses Jahres, jedoch befand sich der Spotpreis im vergangenen Winter aufgrund außergewöhnlich milder Temperaturen und hoher Windeinspeisung auf einem niedrigen Niveau. Bei gleichzeitig relativ stabilen Kohle- und CO2-Preisen resultierte daraus ein Dark Spread Base von lediglich 1,6€/MWh. Der deutliche Abwärtstrend in den Dark Spreads bereits zu Beginn dieses Winters ist überraschend, da derzeit noch vollkommen unklar ist, wie hoch die Einspeisung aus erneuerbaren Energien und die Temperaturentwicklung in den kommenden Monaten sein werden.

Zudem war in der ersten Oktoberhälfte ein für diese Jahreszeit relativ hoher Dark Spread von 4€ zu beobachten. Verantwortlich dafür war eine schwache Windstromproduktion von durchschnittlich 2GW in Kombination mit hohen Stromexporten von bis zu 10GW in einigen Stunden.

Deutschland lieferte im Vergleich zum September und zum Vorjahr mehr Strom nach Frankreich und Österreich. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die deutsche Stromnachfrage aufgrund milder Temperaturen relativ moderat gewesen ist. Dies wirkte einem noch höherem Dark Spread zu Beginn des Oktobers entgegen.

Erschienen in Ausgabe: 09/2014