Deutschland als zentraler Strommarkt

Markt | Aktuell

In diesem Herbst wurde wieder einmal deutlich, wie stark die Preise auf dem deutschen Strommarkt von der Angebotssituation in den angrenzenden Ländern beeinflusst werden.

05. November 2013

Im September und Oktober exportierte Deutschland pro Tag durchschnittlich 5.300MW Strom ins Ausland, wohingegen sich die Exporte im selben Zeitraum des Vorjahres auf 3.300MW beliefen. Dieser große Unterschied im Jahresvergleich geht vor allem auf die skandinavischen Länder zurück: Normalerweise importiert Deutschland in den Monaten September und Oktober Strom aus dem Norden.

In diesem Jahr flossen jedoch durchschnittlich 200MW nach Dänemark und Schweden. Der Stromfluss nach Schweden wäre ohne den technischen Ausfall der Transportleitung, die diese beiden Länder verbindet, noch höher gewesen. Ursächlich für die ungewöhnlichen Stromlieferungen ist eine im Vergleich zu den Vorjahren schlechte Wassersituation. So sind die Wasserreservoire, die zur Stromerzeugung dienen, zurzeit nur zu 72% gefüllt. Üblicherweise beträgt der Füllstand im Oktober rund 88%.

Neben den nördlichen Regionen exportierte Deutschland auch vermehrt Strom nach Österreich. Die Exporte betrugen im Mittel 2.500MW, womit rund 700MW mehr Strom in die Alpenregion geschickt wurden. Diese unerwartete Stromnachfrage aus dem Ausland trug wesentlich dazu bei, dass der Preis auf dem deutschen Strom-Spotmarkt für die Grundlast im September im Mittel 41,7€/MWh und für die Spitzenlast 54,3€/MWh betrug. Demgegenüber wurden die Forwardkontrakte September 13 Base und September 13 Peak zu 36,5€/MWh und 47€/MWh gehandelt.

Erschienen in Ausgabe: 09/2013