Deutschland wird Wasserstoff-Land«, so die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, kurz Now, in einer Mitteilung anlässlich der Vergabe von Fördermitteln in Millionenhöhe Mitte Dezember in Berlin. Das Geld soll Grundlagen schaffen für den H2-Massenmarkt in Deutschland.

Dazu braucht es Erfahrungswerte, wie, wann und wo H2 geeignet ist, als praxistauglicher Energieträger die etablierten Produkte auf fossiler Basis in den Sektoren Wärme und Verkehr abzulösen.

»Mobilität neu denken«

Das Geld stammt aus Mitteln des Bundesverkehrsministeriums. Verkehrsminister Andreas Scheuer sagte bei der Übergabe der Förderbescheide in Berlin: »Wir denken Mobilität neu und ganzheitlich – von der Produktion der Energie über die Antriebstechnologie bis hin zur Tankinfrastruktur. Nur wenn der Wasserstoff wirklich grün wird, können wir die Menschen überzeugen und die Mobilität klimafreundlich gestalten.«

Insgesamt 16 Regionen in Deutschland erhalten Mittel im Rahmen des Wettbewerbs Hyland. 13 Bewerber bekommen jeweils 300.000 Euro zur Verfügung gestellt, um konkrete Projektideen für Wasserstoffkonzepte zu erstellen und zu berechnen.

Für die drei Gewinner der Kategorie Hyperformer stehen jeweils 20 Millionen Euro in Form von Investitionszuschüssen zur Umsetzung bereits bestehender regionaler Konzepte mit Wasserstoff und Brennstoffzellen bereit. Das Projektvolumen der drei Hyperformer beträgt insgesamt 195 Millionen Euro, so Now in einer Mitteilung. Wofür das Geld investiert werden soll, zeigt ein Blick in die Details der Projektbeschreibungen.

Region Landshut

Die Landkreise Landshut, Ebersberg und München wollen mit dem Geld H2-Erzeugungsanlagen, Distributionslogistik und Brennstoffzellenfahrzeuge anschaffen.

Ziel ist es, gemeinsam mit Verkehrsbetrieben, Energieversorgern, Industrie, Gewerbe und Handwerk einen vollständig geschlossenen H2-Kreislauf von der Erzeugung bis zum Verbrauch zu implementieren. Für die Wasserstofferzeugung soll ausschließlich Ökostrom eingesetzt werden. Als Endabnehmer kommen insbesondere Bus- und Lkw-Flotten infrage, aber auch die industrielle Logistik innerhalb von Betrieben sowie Fuhrparkfahrzeuge für Unternehmen.

Wir denken Mobilität neu und ganzheitlich.

— Andreas Scheuer Bundesverkehrs- minister

Metropolregion Nordwest

Rhein-Neckar

Rund um Mannheim und Heidelberg wollen die Initiatoren des Projekts H2-Rivers demonstrieren, wie eine lokale Kette aus regenerativer Wasserstoff-Erzeugung, -Distribution und -Verbrauch nachhaltig und langfristig aufgebaut werden kann. Mit dem umfassenden Ansatz, der zur Blaupause für eine selbsttragende Wasserstoffwirtschaft für andere Städte und Regionen werden kann, ist H2-Rivers auch im Strategiedialog Automobilwirtschaft von Baden-Württemberg ein wichtiges Projekt.

PlusMinus

+Wasserstoff

+Neuer Industriezweig/Arbeitsplätze

+Exportartikel

+H2 aus Ökostrom ist klimaneutral

-Anlaufkosten

Die Regionalentwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Neckar, führt das Konsortium aus 18 Partnern, das unter anderem eine Hochdruck-Abfüllanlage, H2-Tankstellen sowie Pkw, Busse, Müllfahrzeuge und Straßendienstfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie umsetzen wird. Alle Projektdetails stehen auf der Now-Website zum Nachlesen bereit. hd