Dezentrale KWKK für die Trafoproduktion

Spezial - BHKW & CONTRACTING

Industrieprojekt - Der Regensburger Energieversorger REWAG und der Trafohersteller SGB Starkstrom-Gerätebau realisieren am Werksstandort des Herstellers eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung mit einem Blockheizkraftwerk.

24. März 2016

Insgesamt investieren die beiden Unternehmen rund 4Mio.€ in das Projekt. »Wir freuen uns, dass wir mit der Entscheidung, ein BHKW am Standort zu installieren, einen weiteren Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit unseres Standortes leisten. Unsere Produkte tragen mit einem Wirkungsgrad deutlich höher als 95 Prozent bedeutsam zum Klimaschutz bei«, so Dr. Michael Amon, CEO der Starkstrom-Gerätebau. Die SGB ist Teil der SGB-Smit-Gruppe, einem führenden internationalen Anbieter der Starkstromtechnik mit Standorten in Deutschland, Europa, Asien und USA. Das Werk am Standort Regensburg baut Netztransformatoren von 5MVA bis zu 150MVA sowie Gießharztransformatoren von 50kVA bis zu 25MVA.

Bau und Betrieb durch das EVU

Das BHKW soll im Sommer 2016 in Betrieb gehen und wird von der REWAG betreut. Zudem plant und errichtet der Energieversorger die Heizzentrale. Deren Kernstück ist das gasmotorische Blockheizkraftwerk mit einem Spitzenlastkessel. Ein Abgaswärmetauscher und ein Thermalölkessel decken den Wärmebedarf der Produktionseinheiten. Das BHKW auf dem Gelände der SGB wird eine Leistung von rund 1,2MWel und etwa 1,2MWth haben. Zirka 80% des erzeugten Stroms nutzt die SGB, der Überschuss wird in das REWAG-Netz eingespeist.

Eine Absorptionskältemaschine trägt zur ganzjährigen Ausnutzung der produzierten Wärme des geplanten BHKW bei. Die Absorptionskälteanlage erzeugt mittels Wärme die Kälte, die die SGB für ihren Produktionsprozess benötigt.

Intern hatte die SGB bislang konventionelle Technik für die Energieversorgung angewandt. Man setzt nun für die Produktion »auf eine Energieversorgung, die mit einem Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent hoch wirtschaftlich ist, und trägt damit zum Umwelt- und Klimaschutz in der Region bei«, so Amon. Mit der Anlage kann eine CO2-Einsparung von 4.446t/a erzielt werden.

»Wir verstehen uns als Energie-Dienstleister und können mit unserem Know-how maßgeschneiderte Lösungen anbieten«, so der REWAG-Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes. »Für unsere Kunden aus der Industrie und aus dem Mittelstand sind Energie-Autarkie, also die Unabhängigkeit von Energielieferungen, und Nachhaltigkeit immer relevantere Faktoren ihres Produktions- und Energiemanagements. Hinzu kommt die Einsparung bei den Energiekosten.«

Erschienen in Ausgabe: 03/2016