Die flexiblere Alternative

Abrechnungsgesellschaft der Drewag setzt auf System IRD

Als es um die Software für die Abrechnungsgesellschaft Drecount ging, entschieden sich die Verantwortlichen für das System IRD aus dem Hause systema. Der etablierten Branchensoftware eines großen Anbieters erteilten die Dresdener damit eine klare Absage. Wichtige Argumente zugunsten der systema-Lösung waren deren Flexibilität und Modularität.

03. Dezember 2001

Vergangenes Jahr stellte die Drewag - Stadtwerke Dresden GmbH die Weichen für die Energieabrechnung auf Zukunft, unter anderem durch das Gründen eines Tochterunternehmens: der Abrechnungsgesellschaft Drecount GmbH & Co. KG, mit Sitz in Dresden. Sie führt für die Drewag alle Dienstleistungen rund um die Energieabrechnung durch.

Das junge Unternehmen sollte mit einer zukunftsorientierten Software arbeiten können, also sahen sich die Verantwortlichen am Markt um. Zunächst wurde die Branchensoftware eines großen Anbieters im Bereich Standardsoftware eingeführt, doch noch während des Projektes kam eine weitere Lösung in die engere Wahl: das System IRD der systema GmbH, Mannheim, die schließlich den Zuschlag erhielt. Systema, eine Tochter der Logica Unternehmensberatung, London, ist das deutsche Producthouse des weltweit agierenden Unternehmens.

Ein Softwarevergleich zeigte, dass das System IRD die optimale Lösung ist, um die individuellen Bedürfnisse insbesondere an Flexibilität, Modularität und Stabilität abzudecken. Das Anwendungskonzept System IRD zeigt typische Softwarekomponenten, wie sie bei Energiedienstleistern im Einsatz sind. Es erlaubt einen durchgängigen Daten- und Informationsfluss für alle Geschäftsprozesse von der Akquisition, der Erfassung und Abrechnung sowie der Prognose sämtlicher Verbräuche, der Kunden- und Lieferantenbetreuung, der Auswertung von Kundendaten für Marketingzwecke bis hin zur Abwicklung der erforderlichen Back-Office-Aufgaben.

Aufgrund des modularen und flexiblen Aufbaus ist es möglich, das Konzept schrittweise umzusetzen und eine skalierbare Realisierung in Abhängigkeit von der Geschäftsentwicklung durchzuführen. Ein weiterer Vorteil des Konzepts besteht darin, dass zusätzliche Komponenten oder vorhandene und weiterhin zu nutzende Subsysteme einfach über den IRD Business Client integriert werden können. Der IRD Business Client ist zum einen Integrationsplattform und zum anderen einheitliche Benutzeroberfläche. Aufgrund der durchgängigen Entwicklung in Java ist die Software plattformunabhängig und lässt sich als Client wie auch mit gängigen Browsern betreiben.

System IRD bietet eine Reihe fachlicher und technologischer Highlights, die zur effizienten Unterstützung der Prozesse eines wettbewerbsorientierten Energiedienstleistungsunternehmens erforderlich sind. Hierzu zählen insbesondere die Abrechnung der Netznutzung und Energielieferung, die Möglichkeiten zur flexiblen Gestaltung individueller Kundenverträge, die Unterstützung von Workflows, die kundenorientierte Ausrichtung der Dialogbearbeitung sowie die Möglichkeit, Drittsysteme zu integrieren, beispielsweise Dokumenten- oder Vertriebsinformationssysteme.

Nachdem die Einführung der Software zur Industriekundenabrechnung abgeschlossen ist, befindet sich die Drecount in der Implementierung des IRD Business Client. Der IRD Business Client dient als prozessorientiertes, einheitliches Frontend der Benutzung und Interaktion der verschiedenen Applikationen einer integrierten Customer-Care- und Billing-Lösung.

Die Integration einzelner Applikationen erfolgt entsprechend den technischen Möglichkeiten und den Erfordernissen des jeweiligen Subsystems. So können Anforderungen vom einfachen Aufruf einer Anwendung bis zur vollständigen Steuerung von Funktionen und Veränderung von Daten einer Drittanwendung realisiert werden. Dabei kann die jeweilige Drittanwendung in Abhängigkeit von den vorhandenen Schnittstellen in einem eigenen Fenster oder integriert mit anderen Anwendungen (und damit nicht mehr als eigenständige Applikation erkennbar) ablaufen. Der IRD Business Client verfügt zusätzlich über Schnittstellen, die eine direkte Integration von Vertriebs- und Kundeninformationssystemen oder Microsoft-Office-Produkten erlauben.

Der Nutzen des IRD Business Client für die Drecount liegt insbesondere in der arbeitsplatzbezogenen Komposition von Systemfunktionen. So finden Call-Center-Agenten ebenso wie Vertriebsbeauftragte oder Mitarbeiter in der Verbrauchsabrechnung ihren Arbeitsplatz im IRD Business Client individuell abgebildet; die erforderliche Integration der einzelnen Subsysteme erfolgt im Hintergrund.

Bei der Entwicklung der Abrechnungslösung setzt die systema mit IRD Billing Factory ebenfalls auf Modularität. Um im Markt bestehen zu können, ist es für die Drecount wichtig, individuelle Bedürfnisse abzudecken und bestehende geschäftsprozessoptimierte Komponenten beim Kunden zu integrieren.

Die IRD Billing Factory umfasst diverse Module: Im Gerätemanagement werden Zähler und Geräte verwaltet. Das Metering Modul unterstützt den Anwender rund um den Bereich der Zählerablesung. Mit diesem Modul lassen sich auf Zeitreihen basierende Verträge individuell abrechnen. Das Modul zur Haushaltskundenabrechnung bietet unterschiedliche Leistungen für das Massengeschäft sowie eine adäquate flexible Vertragsgestaltung. Bonusprogramme, Rabatte und zeitlich befristete Sonderkonditionen lassen sich leicht abbilden.

Das Modul zur Industriekundenabrechnung wurde speziell für die Abrechnung von komplexen Verträgen bei Sondervertragskunden entwickelt. Der Anwender kann hier mit geringem Aufwand vom Vertrieb neu entwickelte Vertragsmodelle umsetzen und zeitnah zur Abrechnung bringen. Im Debitorenmanagement laufen die Rechnungsdaten eines Energiekunden zusammen und unterstützen den Anwender flexibel beim vorgerichtlichen Forderungsmanagement. Im Reporting lassen sich Standardberichte und individuelle Auswertungen erstellen. Diese Funktionalität gewinnt seit der Liberalisierung insbesondere für das Controlling und Marketing an Bedeutung.

Das Implementieren professioneller Billing-Lösungen im Energie- und Telekommunikationsbereich hat - nicht zuletzt wegen normalerweise langer Projektlaufzeiten - üblicherweise den Ruf der Unerschwinglichkeit. Dass dies nicht immer so sein muss, zeigt das Einführungsprojekt der IRD Billing Factory bei der Drecount. Nachdem das Unternehmen im Haushaltskundenbereich schon seit längerem auf die Qualitäten der IRD Billing Factory vertraut, hat sich die Drecount entschieden, zwei Altprodukte für die Abrechnung von Sondervertragskunden im Strom- und Gas-/Wärmebereich durch das Industriekundenmodul der IRD Billing Factory abzulösen.

Nach nur zehn Monaten Projektlaufzeit wurde die Migration der Strom-, Fernwärme-, Gas- und Wasserkunden zum 1. Juli diesen Jahres termingerecht abgeschlossen. Insgesamt wurden über 10.000 Verträge bei einer Erfolgsquote von 98,4 % maschinell migriert. Die Fakturierung aller Stromverträge wurde in einem ersten Abschnitt innerhalb einer Projektlaufzeit von nur vier Monaten ermöglicht.

Erschienen in Ausgabe: 11/2001