Die Milch macht's

Zum Auftakt der Intersolar in München hat der Messeveranstalter die Intersolar Awards vergeben. Unter anderem wurden die Universität Hohenheim und Phaesun ausgezeichnet für die Entwicklung einer stabilen Kühlkette für Milchprodukte mit Solarenergie.

01. Juni 2017

 

"Vor allem in Gebieten, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, hält das Konzept die Kühlkette bei der Lagerung und dem Transport der Milch aufrecht", heißt es in einer Mitteilung.

 

Das System beruht auf herkömmlichen Gleichstrom-Kühlschränken, die eine smarte Komponente besitzen: der Strombedarf für die Kühlung wird an die stündlich gewonnene Solarenergie angepasst und die Batterien durch Wärmespeicher in Form von Eis ersetzt.

 

Die potenziellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts sowie die Ausrichtung als Business Case gaben den Ausschlag für die Jury-Entscheidung.

 

Das Gemeinschaftsprojekt wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) initiiert.

 

Virtuelles Kraftwerk

 

Außerdem wurde Next Kraftwerke aus Leipzig auszeichnet. Das Unternehmen betreibt den Angaben zufolge mit 4.200 mittleren und kleinen Einheiten eines der größten virtuellen Kraftwerke Europas.

 

"Die Gesamtleistung im virtuellen Kraftwerk Next Pool liegt bei fast 3.000 Megawatt", heißt es.

 

Durch die digitale Vernetzung überbrückt Next Pool die Lücken, die durch die schwankenden Energieeinspeisungen entstehen. Echtzeitdaten der Anlagen geben Aufschluss über Leistung und Zustand jeder einzelnen Komponente.

 

Real-Time-Informationen und Daten von Schnittstellen zu mehr als 15 Wechselrichterherstellern machen noch detailliertere Prognosen möglich.

 

Für die Jury hat das Geschäftsmodell eine große Bedeutung für die Entwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen. Gewürdigt wurde außerdem der geleistete Beitrag zur künftigen Entwicklung der weltweiten Energieversorgung.

 

Abfallwirtschaft und Klimaschutz

 

Goldbeck Solar erhielt die Auszeichnung für ein Projekt in Ostwestfalen. Das Unternehmen konzipiert, baut und betreut PV-Freiland- und Dachanlagen in ganz Europa.

 

Für die Deponie Hellsiek in Detmold hat das Unternehmen eine Photovoltaikanlage als Abdeckung der Deponie installiert.

 

Sie verhindert, dass sauberes Regenwasser in die Deponie sickert und dort verschmutzt wird. Zugleich erzeugt sie solare Energie.

 

Die Hybridlösung ist ressourcenschonend und kostengünstiger als herkömmliche Anlagen, denn sie ermöglicht eine Doppelnutzung.

 

Die Jury hat der hohe Innovationsgrad sowie die Verwendung kostengünstiger PV-Standardkomponenten in einem innovativen und wichtigen Anwendungsgebiet überzeugt, heißt es.

 

Jubiläum

 

Bereits zum zehnten Mal war die Jury aufgerufen, eine Vielzahl von Einreichungen zu bewerten.

 

Im Jubiläumsjahr schickten Aussteller der Intersolar und ees Messen 133 Projekte aus 21 Ländern ins Rennen.

 

Alle ausgezeichneten Projekte unter