KfW Bankengruppe

Die Synergien im Blick

Die KfW fördert Kommunen und kommunale Unternehmen, die ihre Quartiere zukunftsfähig weiterentwickeln. Worauf kommt es dabei an? Wir fragten nach bei Janina Oest, Referentin Infrastrukturfinanzierung und Vertriebskoordinatorin bei der KfW.

05. Februar 2019
Die Synergien im Blick
(Bild: Armin Huber/energiespektrum)

Die KfW fördert Kommunen und kommunale Unternehmen, die ihre Quartiere zukunftsfähig weiterentwickeln. Für Quartierskonzepte und Sanierungsmanagement stehen hohe Zuschüsse zur Verfügung. Für die Finanzierung konkreter Infrastrukturprojekte bietet die KfW zinsgünstige Förderdarlehen und Tilgungszuschüsse. Das eigens für die Quartiersversorgung konzipierte gleichnamige Förderprogramm unterstützt Energieeffizienzmaßnahmen in den Bereichen Wärme, Kälte, Wasser und Abwasser im Quartier. Die kommunale Familie profitiert bei der KfW von einem persönlichen Ansprechpartner, der gerne auch vor Ort berät.

Was bietet die KfW im Bereich Quartierversorgung?

Unsere Förderung beginnt schon an dem Punkt, wenn eine Kommune oder ein Stadtwerk für ein ausgewähltes Quartier zunächst ein integriertes energetisches Konzept erstellen lassen möchte. In so einem Konzept wird unter anderem analysiert, welcher Ist-Zustand herrscht, welche Potenziale in den Gebäuden und den Versorgungssystemen stecken, und das Konzept liefert Vorschläge, wie die Energieeffizienz verbessert werden könnte. Im Idealfall schließt sich für die Umsetzung ein Sanierungsmanagement an. Auch das wird gefördert. Für beide gibt es einen sehr hohen Zuschuss von 65 Prozent. Oft stehen dann umfangreiche Infrastrukturprojekte an, die finanziert werden wollen.

Dem Quartieransatz widmet die KfW unter dem Namen „Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung“ sogar ein eigens Förderprogramm. Damit kann man diverse Vorhaben finanzieren, z.B. BHKWs, Wärme- und Kältenetze sowie -speicher. Im Wasser- und Abwassersektor sind es beispielsweise hocheffiziente Pumepn und Motoren, Anlagen zur Wärmerückgewinnung im Kanalsystem oder KWK-Anlagen zur Nutzung von Klär- und Faugasen. Dabei verbilligen wir nicht nur den Zins, sondern reduzieren auch die Tilgung durch einen fünfprozentigen Zuschuss.

Was macht Ihr Angebot einzigartig?

Als Förderbank des Bundes handeln wir im Auftrag der Ministerien – das allein ist schon einzigartig. Wir haben die Aufgabe, die Bundesregierung bei der Umsetzung der Klimaziele zu unterstützen. Dafür stellt uns der Bund Mittel zur Verfügung, die wir in unschlagbare Zinskonditionen und Zuschüsse übersetzen.

Das Besondere an dem Angebot für die energetische Stadtentwicklung ist die Kombination aus Zuschüssen für nicht-investive Maßnahmen – die Planung und das Management – auf der einen Seite und einer Finanzierung für konkrete Infrastrukturprojekte, also investive Maßnahmen, auf der anderen Seite. Unseren Kunden aus der kommunalen Familie bieten wir ein kostenloses Beratungsangebot. Wir helfen, für individuelle Vorhaben die passsende KfW-Förderung zu finden.

Beantragt werden kann unser Förderangebot ganzjährig. Eventuelle Rückfragen zu den Antragsunterlagen werden auf dem sogenannten „kurzen Dienstweg“ telefonisch geklärt. Für Kreditzusagen brauchen wir in der Regel nicht mehr als drei Wochen. Beim Zuschuss sind es normalerweise vier bis sechs Wochen. Beides ist in der Förderwelt durchaus schnell.

Welchen Stellenwert sehen Sie für die Quartierversorgung 2030?

Dass der Blick vom Fokus auf Einzelgebäude hin zu Synergieeffekten auf Quartiersebene wandert, beobachten wir ja schon seit einigen Jahren. Dieser durchaus sinnvolle Trend wird zunehmen. Ein quartiersbezogenes Vorgehen wird auch beim Erfüllen gesetzlicher Energiestandards eine wachsende Rolle spielen.

Um zukunftsfähig zu werden und zu bleiben, werden Quartiere energieeffizienter, digitaler, smarter und vernetzter werden. Sektoren wie Wärme, Strom und Mobilität sind eng miteinander verbunden. Sämtliche Akteure vor Ort, also Kommune, Stadtwerke bzw. Energieversorger, Verkehrsbetriebe, Wohnungswirtschaft, Anwohner und das Gewerbe, aber auch neue Marktteilnehmer werden künftig vernetzter und enger zusammenarbeiten. Ihnen wird nichts anderes übrig bleiben.

Solche Zukunftsquartiere sind dann gleichzeitig energieeffizienter, nachhaltig, lebenswert und innovativ. Zudem bieten sie den agierenden Akteuren den Raum, neue Geschäftsmodelle wirtschaftlich zu leben.

Es ist davon auszugehen, dass in Wachstumsregionen verstärkt auch Neubaugebiete mit der Entwicklung bestehender Quartiere zusammen gedacht werden. Unser Förderprogramme sind selbstlernend. Sie werden ständig gemeinsam mit den auftraggebenden Ministerien weiterentwickelt, um diesen Trends Rechnung zu tragen.

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