Die Welt nach Fukushima

Editorial

Nach der japanischen Katastrophe wird die Energiedebatte in Deutschland völlig neu geführt.

05. Mai 2011

Keine andere Branche entwickelt sich vergleichbar positiv wie die der regenerativen Energien. Die Wachstumsraten der vergangenen Jahre haben dabei nicht nur den Markt für Photovoltaik und Solarthermie geprägt, sie haben darüber hinaus auch dafür gesorgt, dass sich um das Thema Sonnenenergie herum weitere Zukunftsmärkte entwickeln und etablieren konnten. Die Ereignisse nach dem Tsunami in Japan haben, zumindest in Deutschland, auch die vermeintlich Unbelehrbaren davon überzeugt, dass Alternativen zur klassischen Stromversorgung unerlässlich sind. Nach der atomaren Katastrophe von Fukushima wird das Energie-Thema unter völlig neuen Blickwinkeln betrachtet, auch wenn die teilweise hysterischen Reaktionen hierzulande nur Kopfschütteln hervorrufen können.

Nicht nur die Stromerzeugung steht im Fokus, denn der Beheizung und Isolierung von Gebäuden kommt eine vergleichbare Schlüsselrolle zu. Wärmepumpentechnik und kontrollierte Wohnraumlüftung gehören ebenso gleichwertig und unverzichtbar zu einem energieeffizienten Gebäude wie Photovoltaik, elektronische Haushaltszähler und busgesteuerte Energiemanagement-Systeme.

Die verschieden Gewerke werden künftig viel enger zusammenarbeiten, um die von Gesellschaft und Politik geforderten Parameter beim energieeffizenten Betrieb von Gebäuden erfüllen zu können. Bemerkenswert und seltsam ist, dass die deutschen Standpunkte in der Energiedebatte weltweit auf geringe Resonanz stoßen. Das ist auch eine Chance für unser Land. Die vorliegende Ausgabe von „g+h regenerativ“ gibt Ihnen einen Einblick in die aktuellen Techniktrends und Entwicklungen der Branche vom kleinen Projekt bis zum Solarpark.