Direkt vom Erzeuger

Thüga hat sein Netzleitsystem von Sicam 230 auf Zenon von Copa Data umgestellt. Die skalierbare, leicht zu erweiternde Plattform ist zukunftssicher und passt zum Geschäftsmodell des Unternehmens, das auch externe Dienstleistungen rund um sein Netzleitsystem anbietet.

11. Oktober 2019
Direkt  vom Erzeuger
(Bild: COPA DATA / Thüga)

Als Partner von Kommunen, Stadtwerken, Privathaushalten sowie Industrie und Gewerbe betreibt Thüga mit Hauptsitz in Schifferstadt Strom-, Wasser-, Wärme- und Erdgasnetze in Süddeutschland. Mehr als 120 Gemeinden in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz versorgt das Unternehmen zuverlässig und umweltfreundlich mit Erdgas und Strom.

Besondere Herausforderungen sind dabei aktuelle Trends wie Digitalisierung, Energiewende oder Elektromobilität sowie der massive Infrastrukturausbau.

Thüga bietet darüber hinaus Komplett- Dienstleistungen aus einer Hand für Kommunen, Gewerbe, Energiewirtschaft und Privatkunden an – darunter ein qualifiziertes und zertifiziertes Störungsmanagement in der rund um die Uhr besetzten Netzleitstelle, Netzüberwachung, Netzführung und Betriebsführung, das Hosting von Leitsystemplattformen sowie die Einrichtung, Inbetriebnahme und Wartung von Kommunikations- und Netzleittechnik.

Umstieg auf eine zukunftssichere Lösung

Mit dem bislang verwendeten Leitsystem Sicam 230 konnte Thüga ihren Kunden keine zukunftssichere Lösung mehr bieten, da für das Produkt in den letzten Jahren keine Erweiterungen für die Energiewirtschaft mehr entwickelt wurden.

»Auch der Produktsupport läuft in den nächsten Jahren aus. Das wollten wir unseren Kunden nicht zumuten«, beschreibt Heiko Bölli, Leiter Netzdienste Sekundärtechnik bei Thüga Energienetze, das Problem. Das Unternehmen entschied sich daher für den Umstieg auf die Zenon Energy Edition von Copa Data, dem eigentlichen Kernsystem von Sicam 230.

Die durchgängige Softwareplattform zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus: Dank mehrhierarchischer Projektstruktur, modularem Aufbau und zahlreichen Schnittstellen zu verschiedenen Produkten ist sie schnell zu erweitern, Funktionen lassen sich bei Bedarf einfach entfernen oder hinzufügen.

Ein entscheidender Aspekt, da die Thüga Energienetze das Netzleitsystem nicht nur im Eigenbetrieb verwendet, sondern auch als externe Dienstleistung anbietet – etwa in Form von Netzüberwachungsservices. »Mit der hoch skalierbaren Softwareplattform Zenon können wir parametrieren und müssen nichts programmieren. Sie passt wesentlich besser zu unserem Geschäftsmodell als alle anderen am Markt zur Verfügung stehenden Produkte«, fasst Bölli zusammen.

Direkter Kontakt zum Softwarehersteller

Ein weiterer Vorteil: Thüga hatte bereits vor einigen Jahren die gesamte Serverlandschaft virtualisiert, um die Backup- und Wiederherstellungsprozesse der einzelnen Prozessleitserver zu vereinfachen. Auch Versionsupdates von Zenon sind einfach und unkritisch durchführbar, so Bölli: »Der Server, auf dem unser Leitsystem läuft, steht beim Endkunden vor Ort, wir bilden nur die Redundanz ab. Damit kann der Kunde bei einem Ausfall der Verbindung zur Netzleitstelle immer noch alles, was das Netz betrifft, in Eigenregie erledigen.« Und schließlich sei Zenon auch langlebig und zukunftssicher: »Mit dem Wechsel direkt zum Softwarehersteller brauchen sich unsere Kunden keine Sorgen zu machen, dass das Produkt irgendwann abgekündigt wird«, erläutert Bölli.

Reibungslose, schnelle Migration

Da beide Systeme auf demselben Produkt basieren, verlief der Umstieg reibungslos und schnell. Nach Beginn der Migration wurde zunächst ein Arbeitsplatz mit Zenon ausgestattet, während der andere noch mit dem alten System lief. Schon nach kurzer Zeit stellte Thüga dann komplett auf Zenon um. Insgesamt dauerte die Migration gerade einmal fünf Monate. »Die insgesamt rund 40.000 Prozessvariablen konnten fast eins zu eins migriert werden. Ein vollständiger Datenpunkttest war nicht erforderlich, der vorübergehende Parallelbetrieb reichte für den Systemvergleich aus – eine enorme Zeit- und Kostenersparnis«, so Bölli.

Unterstützung beim Umstieg

Eine Eingewöhnungsphase war nicht notwendig. »Wir kennen Zenon seit 1999, also genauso lange wie Sicam 230. Der Quellcode der Applikationen stammt bei beiden Systemen von Copa Data, für Sicam 230 wurden nur Add-ons entwickelt«, erläutert Bölli. Einige davon – etwa die Topologie und die Bildalarmierung – mussten im Rahmen der Migration neu konfiguriert werden. »Das war die einzige Herausforderung. Da Copa Data uns aber immer mit schnellen Workarounds unterstützt hat, verlief der Umstieg absolut glatt. Unsere Ansprechpartner waren rund um die Uhr erreichbar.«

Aktuell ist die Thüga Energienetze bereits mit weiteren potenziellen Migrationskunden im Gespräch. Regelmäßige Absprachen sind dabei unerlässlich, betont Bölli. »Der Energiemarkt unterliegt einem ständigen Wandel. Die Anforderungen ändern sich immer wieder, auch an die Software. Mit Copa Data haben wir hierfür einen kompetenten und zuverlässigen Partner an unserer Seite.«

Andreas Zerlett, Copa Data

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 36 bis 37