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Menschen

3 Fragen an Frank Schröder

Energiesparen ist leichter gesagt als getan. Ein Beispiel aus Ostwestfalen zeigt, was möglich ist. Ein Interview mit Frank Schröder, Head of Facility Management bei Phoenix Contact.

22. Januar 2018

Wo lassen sich im Gebäudemanagement von Unternehmen nach Ihren Erfahrungen die größten Energieeffizienzpotenziale heben?

Natürlich achten wir bei der Beschaffung von neuen Anlagen auf die Energieeffizienz. Parallel ist es aber auch wichtig, diese Anlagen wirtschaftlich im Gebäude oder in der Liegenschaft zu betreiben.

Man sollte also nicht nur darauf achten, dass die Kältemaschine effizient Kälte erzeugt, sondern muss die weiteren Prozesse ebenfalls betrachten können. Erst die gesamte Sicht versetzt uns in die Lage, Gebäude und Liegenschaften energetisch und betriebswirtschaftlich zu betreiben. Eine effizient arbeitende LED-Beleuchtung verbraucht beispielsweise mehr Strom, als eine Lampe, die nicht leuchtet.

Sie setzen im Facility-Management in Ihrem Unternehmen auf ein Gebäudemanagementsystem. Was sind die spannendsten Projekte, die Sie damit bisher umgesetzt haben?

Gerade im Gebäudeumfeld ist die technologische Entwicklung derzeit spannend. Bisher hat Phoenix Contact hier oft einzelne Gewerke erstellt und betrieben.

In einem neuen Gebäude am Standort Bad Pyrmont, das 18.000 Quadratmeter Büro- und Entwicklungsflächen umfasst, sind nun auf Basis des Building-IoT-Gedankens möglichst viele Gewerke verbunden und vernetzt worden: Lüftungsanlagen, BHKW, der Aufzug, die PV-Anlage, die Medientechnik und die Beleuchtung.

Gewerke, die vorrangig nicht viel miteinander zu tun haben und über unterschiedliche Protokolle kommunizieren, bringen wir jetzt über unsere Building-IoT-Plattform Emalytics, ein Gebäudemanagement-System für die Liegenschaft, einfach zusammen. Nachdem die Lösung mehr als ein Jahr in Betrieb ist, haben die Mitarbeiter des Facility Managements die intuitive Inbetriebnahme, der wirtschaftliche Betrieb sowie die Offenheit der Lösung überzeugt, sodass sich Optimierungen problemlos umsetzen lassen. Aktuell rollen wir das System auf den Bestand von teils über 20 Jahre alten Gebäuden aus und sammeln täglich neue positive Erfahrungen.

Sie haben ja auch Ladesäulen in Ihr Firmennetz eingebunden. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Wir stellen am Standort Bad Pyrmont zwei Ladepunkte für Firmenwagen und vier Ladepunkte für Mitarbeiter bereit. Darüber hinaus können die Elektroautos an drei Außenleuchten am neuen Gebäude geladen werden. Dabei profitieren wir von der guten Kommunikationseigenschaft der Ladepunkte: So ist transparent, welches Elektromobil an welcher Stelle wieviel Energie aufnimmt. Kommunizieren die Ladepunkte dann aktiv mit der PV-Anlage und dem BHKW, ergibt sich ein effizienter Betrieb.

Den E-Golf, der im Fahrzeugpool eingesetzt wird, können die Mitarbeiter über das Office-System Lotus Notes buchen. Da die entsprechenden Datenbanken miteinander verbunden sind, ist bekannt, wann das Elektroauto wieder eingesetzt wird und die Energie kann entsprechend günstig zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Einsatz der Cloud-Technologie ist das Facility Management in puncto Abrechnung zudem nicht auf eine Liegenschaft beschränkt. (mwi)

Erschienen in Ausgabe: Nr. 01 /2018