Drei, zwei, eins ... Zuschlag

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der zweiten Ausschreibung für Windenergie an Land erteilt. Der durchschnittliche Zuschlagswert sank im Vergleich zur ersten Runde um über einen Cent pro Kilowattstunde, so die BNetzA.

16. August 2017

Die Bundesnetzagentur erteilte 67 Geboten mit einem Gebotsumfang von 1.013 Megawatt einen Zuschlag.

Die Ausschreibung war deutlich überzeichnet, abgegeben wurden 281 Gebote mit einem Volumen von 2.927 Megawatt.

Im Schnitt 4,28 Cent pro kWh

Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt den Angaben zufolge bei 4,28 ct/kWh. Der höchste Gebotswert, der noch einen Zuschlag erhalten konnte, beträgt 4,29 ct/kWh.

Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidungen, da das zulässige Zuschlagsvolumen von 322 Megawatt nicht erreicht wurde.

Ein hoher Anteil der Zuschläge konzentriert sich in dieser Gebotsrunde auf den Osten Deutschlands.

„Wie bereits bei den Ausschreibungen für Solaranlagen zeigt dies, dass neben dem Angebot auch Aspekte wie Flächenverfügbarkeit bei der Projektentwicklung eine Rolle spielt“, so die BNetzA.

Erneut hoher Anteil an Bürgerenergiegesellschaften

Mit 84 Prozent der eingereichten Gebotsmenge waren Bürgerenergiegesellschaften auch bei dieser Ausschreibung besonders stark vertreten.

Im Ergebnis entfallen 90 Prozent der Zuschläge (60 Zuschläge) beziehungsweise 95 Prozent des Zuschlagsvolumens auf Bürgerenergiegesellschaften.

Der Zuschlagswert der Bürgerenergiegesellschaften wird nach dem Einheitspreisverfahren ermittelt und beträgt 4,29 ct/kWh.

Der überwiegende Teil der Bürgerenergiezuschläge geht an Gesellschaften, aus deren Geboten ersichtlich wird, dass sie zumindest organisatorisch einem einzelnen Projektierer zuzuordnen sind, heißt es.

„Auf diese Gruppe von Bietern entfallen 37 Zuschläge mit einem Zuschlagsvolumen von 660 Megawatt“, so die Bundesagentur in einer Mitteilung.

Zusätzlich gingen fünf Zuschläge mit 30 Megawatt ohne Bürgerenergieprivileg an weitere Gesellschaften dieses Projektierers.

Diese Bieter vereinen insgesamt 68 Prozent der Zuschlagsmenge auf sich.

BWE kritisiert Unsicherheit nach 2018

Die Dominanz der gesetzlich definierten Bürgerenergie erhöhe laut Bundesverband Windenergie die Unsicherheit, ob der Zubaukorridor in den Jahren nach 2018 sowohl zeitlich als auch hinsichtlich des Volumens erreicht werden kann.

„Zulieferer und Hersteller, aber auch Baunebengewerbe, Logistik und Projektierer setzt diese Unsicherheit stark unter Druck“, so der Verband.

Zuschläge im Detail auf der Internetseite der Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de)

 

Erste Runde im Mai

Im Mai hatte die BNetzA die Resultate der ersten Ausschreibung für Onshore-Windenergie in Deutschland veröffentlicht.

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