Dritte Ausschreibungsrunde für Wind an Land leicht überzeichnet

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der dritten Ausschreibung für Windenergie an Land in diesem Jahr erteilt. „Die Runde war leicht überzeichnet, trotzdem hat jedes zugelassene Gebot einen Zuschlag erhalten“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

20. August 2018

Die Gebotswerte reichten von 4 ct/kWh bis zum Höchstwert 6,3 ct/kWh, wie die BNetzA weiter mitteilt. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,16 ct/kWh. In den vorhergehenden Ausschreibungsrunden aus dem Mai  2018 lagen die Zuschläge im Durchschnitt bei 5,73 ct/kWh, im Februar 2018 bei 4,73 ct/kWh.

709 Megawatt haben teilgenommen

Ausgeschrieben waren 670 Megawatt. 91 Gebote mit einem Volumen von 709 Megawatt haben an der Ausschreibung teilgenommen. Von diesen Geboten wurden fünf mit einer Gebotsmenge von insgesamt 42 Megawatt nicht zugelassen.

Neben formalen Gründen mussten Gebote ausgeschlossen werden, die aufgrund von Übergangsbestimmungen erst ab dem Jahr 2019 teilnahmeberechtigt sind.

Die gestiegenen Zuschlagswerte spiegeln den nur noch recht schwachen Wettbewerbsdruck wieder, so die Regulierungsbehörde. "Gleichzeitig könnte der Anstieg der Förderung in den letzten beiden Runden neue Projekte zu einer Teilnahme angeregt haben", heißt es weiter.

Bundesländer im Vergleich

Die meisten Zuschläge gingen an Bieter in Brandenburg (23 Zuschläge, 136 Megawatt), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (12 Zuschläge, 100 Megawatt) und Schleswig-Holstein (16 Zuschläge, 95 Megawatt.

Erfreulich sei, dass mit 6 Zuschlägen in Baden-Württemberg (72 Megawatt) und drei Zuschlägen in Bayern (31 Megawatt) etwa 23 Prozent der bezuschlagten Menge an Projekte südlich der Mainlinie erfolgte, so die Behörde.

Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung wieder keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidung.

Reaktion

 

Die knappe Überdeckung der 3. Ausschreibung für die Windenergie an Land im Jahr 2018 zeigt aus Sicht des BWE, dass noch stabilere politische Rahmenbedingungen nötig sind, um ausreichend Wettbewerb in den Ausschreibungsrunden sicherzustellen, wie der Verband mitteilt.

Zwar habe die Bundesregierung im fehlerhaften Ausschreibungsdesign EEG 2017 nachgesteuert und die BImSchG-Genehmigung als einheitliche Grundlage für die Teilnahme an den Ausschreibungen der nächsten Jahre festgeschrieben. Allerdings herrsche durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Umsetzung der im Koalitionsvertrag versprochenen energiepolitischen Reformen, in der Windenergiebranche weiter erhebliche Unsicherheit.

Zeit- und Mengengerüst seien weder für die vereinbarten Sonderausschreibungen noch zur Erreichung des 2030er-Ziels für den Ausbau der erneuerbaren Energien erkennbar.

Weitere Informationen zur Ausschreibung unter www.bundesnetzagentur.de/windausschreibungen18-3.