E-Mobilität: Wann kommt der Durchbruch?

Experten rechnen damit, dass sich ab 2019 der Markt für E-Mobilität in Deutschland sehr dynamisch entwickelt. Auf der diesjährigen E-world in Essen zeigten zahlreiche Aussteller Innovationen und Dienstleistungen für die Verkehrswende.

13. Februar 2018

Smartlab aus Aachen startete auf der Branchenschau in Essen eine Produktoffensive. 

Das Unternehmen steht hinter dem Partner-Netzwerk ladenetz.de, das den Angaben zufolge 2017 ein enormes Wachstum von 80 Prozent erreicht hat.

„60 weitere Stadtwerke sind dem Verbund beigetreten und bauen die deutschlandweite Ladeinfrastruktur für Elektroautos weiter aus“, heißt es .

„Um die Stadtwerke fit für den kommenden Markthochlauf zu machen, startet die Smartlab die größte Produktoffensive ihrer Geschichte“, so das Unternehmen.

Im Fokus des Unternehmens stehen Themen wie neue Autorisierungsmedien, verbesserte Abrechnung, gesteuertes Laden, Parkplatz-Sensorik oder kontaktloses Bezahlen.

„Mit den neuen Produkten reagieren wir auf die schnelle Entwicklung im Markt und bereiten uns so schon heute auf zukünftige Anforderungen vor“, so Mark Steffen Walcher, Geschäftsführer von Smartlab.

Ladenetz.de bietet den Angaben zufolge mittlerweile zusammen mit seinen Partnern deutschlandweit das größte Netz von Ladeinfrastruktur.

EWE gründet neue Gesellschaft

EWE bündelt sein bundesweites Mobilitätsgeschäft ab sofort in der Waydo GmbH mit Sitz in Oldenburg. Das gab Waydo-Geschäftsführer Rainer Raddau in Essen bekannt.

EWE ist nach eigenen Angaben führender Betreiber von öffentlicher Ladeinfrastruktur im Nordwesten, mit über 400 Ladepunkten.

Darüber hinaus betreibt das Unternehmen im Flottensegment deutschlandweit mehrere hundert Ladepunkte – Tendenz steigend.

„Um diesen weiter wachsenden Anforderungen des Marktes schnell und dynamisch begegnen zu können, entschied sich der EWE-Vorstand nun, das Geschäftsfeld Mobilität beziehungsweise Elektromobilität durch Gründung der Waydo GmbH  auf eigene Beine zu stellen“ so das Unternehmen.

Dieses Geschäftsfeld weiterhin erfolgreich am Markt zu gestalten, bedeutet Raddau zufolge eine komplexe Bündelung verschiedenster Kompetenzen aus den Bereichen Energie, Abrechnung, Messung, Automobilwirtschaft, IT, Vernetzung und Digitalisierung – im Sinne ganzheitlicher Mobilitätslösungen.  

„Mit der nötigen Flexibilität am Markt können wir schon heute ländlichen und urbanen Entwicklungen begegnen, indem wir zum Beispiel Quartierslösungen, Sharing-Konzepte oder Ladelösungen für Wohnungswirtschaften entwickeln“, sagt Rainer Raddau.

Die Produktlogik des Unternehmens sei geprägt von Full-Service Mobilitätslösungen aus einer Hand.

Mit diesem Ansatz löse die neue Gesellschaft die Sorgen von E-Mobility-Einsteigern.

„Denn Komplexität, die zum Beispiel  bei einer Teil-Elektrifizierung eines gewerblichen Fuhrparks aufkommt, lösen wir mit unseren Produkten. Die Hürden werden so abgebaut und die Risiken minimiert“, so Raddau.

Stromtankstelle E.on Drive Plaza  

E.on nutzte die E-world, um eine Stromtankstelle auf dem Essener Werksgeländes des Unternehmens zu eröffnen.

Mit der Drive Plaza macht E.on es für Unternehmen einfacher, Fahrzeugflotten auf Elektromobilität umzurüsten, heißt es.

Zur Eröffnung kamen Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und BDEW-Präsident Johannes Kempmann.

Dieses Konzept einer Strom-Tankstelle integriert Elektromobilität so in Fuhrparks, dass mehrere Fahrzeuge mit der vorhandenen Energieanbindung gleichzeitig geladen werden können, so E.on in einer Mitteilung.

Die Drive Plaza besteht aus einer Vielzahl Komponenten, insbesondere Normal- und Schnellladesäulen, einem Batteriespeicher und Lastmanagementsysteme einschließlich digitaler Intelligenz zur optimalen Einbindung in die Energienetze.

„Mit der digitalen Intelligenz wird es möglich, das Konzept modular auszulegen, so dass die Drive Plaza individuell auf den Kundenbedarf zugeschnitten wird und schließlich mitwächst, wenn auch der elektrische Fuhrpark des Unternehmens wächst“, so E.on.

Darüber hinaus ermöglicht der modulare Aufbau auch die Integration des Systems in Mobilitätskonzepte in existierenden und neuen Quartierskonzepten in Städten und Gemeinden.

„Wir gehen davon aus, dass sich der Umstieg auf Elektromobilität im Segment gewerblicher Fuhrparks rascher vollziehen wird als im privaten Sektor“, betonte E.on-Vorstand Karsten Wildberger.

Rund 11.000 E-Ladesäulen bundesweit

BDEW-Präsident Johannes Kempmann betonte: „Die Energiewirtschaft macht Tempo beim Thema Elektromobilität. Unsere Branche geht in Vorleistung – beim Auf- und Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland ebenso wie bei der Entwicklung innovativer Ladekonzepte.“

Insgesamt gibt es nach seinen Worten inzwischen fast 11.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland.

„Unsere Branche treibt die klimaschonende Elektromobilität voran. Und das, obwohl sich der Betrieb der Ladesäulen aufgrund der geringen Fahrzeuganzahl bisher nicht lohnt. Die Automobilindustrie muss jetzt endlich nachziehen und E-Autos auf den Markt bringen, die in Preis und Leistung einer breiteren Käuferschicht entsprechen,“ so Kempmann.

Die Drive Plaza zeigt zusätzlich eine Solaranbindung, eine Station für induktives Laden sowie News- und Entertainment-Angebote, mit denen die Ladezeit auch genutzt werden kann, um sich zu informieren oder zu entspannen.

Wie kommt die Energiewende auf die Straße?

Ohne eine Energiewende im Verkehrssektor mit seinen derzeit steigenden CO2-Emissionen wird der Klimaschutz scheitern. Das macht die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in ihrem Hintergrundpapier „Die Energiewende auf die Straße bringen“ deutlich.

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