E.on begrüßt Angebot von Fortum für Uniper

Fortum plant eine Übernahme von Uniper und hat dazu ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an alle Aktionäre unterbreitet.

27. September 2017

Zudem haben Fortum und E.on am 26.September eine Vereinbarung unterschrieben, nach der das deutsche EVU Anfang 2018 entscheiden kann, ob es seinen Uniper-Anteil zum selben Gesamtwert pro Aktie andienen will, den auch alle anderen Aktionäre erhalten.

Das Angebot von Fortum gemäß §10 Wertpapierübernahmegesetz sieht eine Barzahlung im Gesamtwert von 22 Euro pro Aktie an die Uniper-Aktionäre vor, heißt es in der Mitteilung von E.on weiter.

„Wir begrüßen das Angebot von Fortum als Möglichkeit für Uniper-Aktionäre, zu einer Bewertung zu verkaufen, die Unipers Performance seit dem Spin-off widerspiegelt“, sagte E.on-CEO Johannes Teyssen.

Was passiert, wenn E.on nicht verkauft?

Sollte E.on seinen Uniper-Anteil nicht andienen, sieht die Vereinbarung das Recht für Fortum vor, alle im Rahmen des Angebots angedienten Aktien an E.on zu verkaufen. In diesem Fall würde außerdem eine Ausgleichszahlung durch den Energieversorger an Fortum fällig.

Fortum habe die Absicht erklärt, die Interessen der Mitarbeiter von Uniper sowie anderer Interessengruppen zu wahren, teilt E.on weiter mit. Fortum habe sich dazu bereit erklärt, mit dem Management von Uniper in Gespräche darüber einzutreten, wie diese Zusagen sowie die Eckpfeiler einer zukünftigen starken Kooperation festgeschrieben werden können.

„Wir sehen in Fortum einen verantwortungsbewussten und zuverlässigen strategischen Partner für Uniper mit ausgezeichneten komplementären Geschäftsbereichen und Fähigkeiten“, sagte Teyssen. „Mit dieser Transaktion würde es uns ermöglicht, unsere erklärte Absicht der vollständigen Veräußerung unseres Uniper-Anteils im Jahr 2018 umzusetzen.“

Gesamterlös läge bei über drei Milliarden

E.on hält einen Anteil von 46,65 Prozent an Uniper. Der Gesamterlös, der dem Unternehmen bei Ausübung des Andienungsrechts hinsichtlich seines gesamten Anteils zufließen würde, würde sich voraussichtlich auf 3,76 Milliarden Euro belaufen, so der Energieversorger.

Die Angebotsfrist werde voraussichtlich zehn Wochen andauern. Sie beginne, sobald die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihre Genehmigung erteilt habe. Eine Mindestannahmeschwelle sei im Angebot von Fortum nicht enthalten. Es unterliege den üblichen Abschlussbedingungen. Der Energieversorger erwartet den Abschluss der potenziellen Transaktion Mitte des Jahres 2018.

Hintergrund

Uniper wurde 2016 von E.on abgespalten. 53,35 Prozent aller Uniper-Aktien gingen dabei direkt in die Portfolien der damaligen E.on-Aktionäre.

Energiespektrum berichtete in der Ausgabe 03/2017 über die ersten Bilanzen von RWE und E.on nach der Neuaufstellung.

Fortum ist ein Energieunternehmen mit Hauptsitz in Finnland. Es stellt seinen Kunden Strom, Wärme, Kühlung und intelligente Lösungen zur effizienteren Nutzung von Ressourcen zur Verfügung. Das Unternehmen ist in den nordischen und baltischen Ländern sowie Russland, Polen und Indien aktiv.

Uniper: Entspricht nicht unser Strategie

Uniper SE hatte am 20. September die Ankündigungen von Fortum und E.on über die Verhandlungen zum möglichen Erwerb des 46,65%-Anteils an Uniper zur Kenntnis genommen.

Klaus Schäfer, Vorstandsvorsitzender von Uniper sagte zum damaligen Zeitpunkt: "Dieser Vorstoß kommt unaufgefordert und entspricht nicht unserer öffentlich kommunizierten Strategie."

Uniper befand sich zu diesem Zeitpunkt laut eigener Angabe weder in Gesprächen mit Fortum noch mit E.on in Bezug auf die unaufgeforderten und nicht bindenden Transaktionsvorschläge beider Unternehmen. Wenn ein offizielles Angebot unterbreitet werde, würden Vorstand und Aufsichtsrat sich eingehend damit befassen und dieses im Interesse des Unternehmens und seiner Stakeholder bewerten, hieß es in der damaligen Mitteilung.