An Autobahntankstellen im ganzen Bundesgebiet hängen Schilder mit dem Logo der Firma DKV. Flottenbetreiber nutzen die DKV-Karte für das Bezahlen der Tankrechnungen ihrer Firmenfahrzeuge. Seit 2015 bietet das Unternehmen die Dienstleistung auch für das Laden von E- Fahrzeugen an. Mit der DKV +Charge Card bekommen Autofahrer Zugang zu über 60.000 öffentlichen Ladepunkten in Deutschland und einigen Nachbarländern. “Die Abrechnung Ihrer getätigten Ladevorgänge erfolgt unabhängig vom Ladepunktbetreiber in Ihrer transparenten DKV Rechnung”, so das Unternehmen.

Neue Systeme und Tarife

Bisher habe man sehr positive Erfahrungen mit dem Angebot für E-Autofahrer gemacht, heißt es bei DKV Euro Service. “Der Unterschied zur Abrechnung herkömmlicher Tankvorgänge sind neue Abrechnungssysteme, Tarifmodelle und nicht zuletzt Unterschiede im Nutzungsverhalten”, sagt Christopher Schäckerman, der den Bereich E-Mobility bei DKV leitet. Darauf habe sich das Unternehmen nach seinen Worten eingestellt. DKV könne ein Versorgungskonzept anbieten, dass den Kundenalltag abbilde. Das Unternehmen bietet drei Lösungen namens @Home, @Work und @Road an.

Hohe Standards für Anbindung und Zugang

Das E-Ladenetz in Deutschland ist sehr fragmentiert, es gibt dutzende Betreiber und Provider. Um sicherzustellen, dass das Laden für DKV-Karteninhaber einwandfrei funktioniert, setze DKV laut Schäckermann auf hohe technische Standards bei der Anbindung und auf Flexibilität bei den Zugangswegen per App. “Mit unseren Lieferanten haben wir weitreichende Supportregelungen getroffen. Um sicherzustellen, dass alles einwandfrei funktioniert, führen unsere Mitarbeiter regelmäßig im gesamten Netz Praxistests durch.”

Dass man die Fahrzeugwäsche über die Tankkarte zahlen kann, ist Fuhrparkleitern klar. Doch wenn es um Strom geht, wählen sie nur selten die klassische Tankkarte. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Dataforce.

Alternative Antriebe politisch gewollt

Zwei Drittel aller Befragten gaben an, dass sie das Abrechnen von Strom mit der Tankkarte eher nicht wichtig oder überhaupt nicht wichtig finden. Dabei wird es sicherlich nicht bleiben. Durch den strukturellen Umbau der Energieversorgung in Deutschland und Europa müssen CO2-arme oder CO2-freie Alternativen zu Benzin und Diesel eingeführt werden. Künftig werden alternative Antriebe mit Strom, Erdgas oder Wasserstoff fester Bestandteil einer Fahrzeugflotte sein. So will es die Politik in Berlin und Brüssel.

Zulassungszahlen

In Deutschland gibt es immer mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Das zeigen die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Demnach hatten im Februar 16 Prozent aller Neuwagen einen alternativen Antrieb. Das Gros waren Hybridfahrzeuge mit einem Anteil von 30.000 Neuzulassungen (plus 98 Prozent); der Anteil der E-Autos betrug 8154 (plus 75 Prozent).

Elektroautos ohne Ladekarte laden – Baywa und Hubjekt starten Projekt

Im März stellten in München Baywa und Hubjekt ein Projekt vor, bei dem für das Laden von E-Autos keine Ladekarte nötig ist. “Strom laden noch bequemer und verlässlicher machen – darauf zielt „plug&charge“ nach dem ISO-Standard 15118 ab. Dahinter steht das Prinzip anstecken – laden – weiterfahren”, heißt es in einer Mitteilung.

Ein Auslaufmodell sei die Plastikkarte für Tank- und Ladevorgänge damit aber nicht, so Baywa. Die physische Tankkarte würde gerade auch bei den Flottenbetreibern noch auf längere Sicht das Mittel der Wahl bleiben, heißt es. Dies gelte sowohl für Autos mit Verbrennungsmotor als auch für E-Modelle, für die Hybrid- oder Ladekarten zur Verfügung stehen.

Fest eingebaute Tablets in Autos

“Firmenkunden, die ihre Fahrzeuge bereits mit einem Tablet ausgestattet haben, steigen aber vermehrt auf unsere BayWa Tankkarten-App um”, so das Münchner Unternehmen. Die Funktion Plug&charge der Tankkarte sei direkt ins Fahrzeug integriert; sie befinde sich aber noch in einem frühen Stadium und würde zu Beginn eher in höherklassigen E-Pkw eingeführt, so Baywa. “Sie spielt für Flottenbetreiber vorerst eine untergeordnete Rolle.”

Den Angaben zufolge authentifiziert die Onboard-Software im Auto das Fahrzeug, registriert den Preis und stößt in Echtzeit den Abrechnungsprozess an. Die Beteiligten wollen die Anwendung jetzt zur Serienreife entwickeln.