Mobilität

E-Turn statt U-Turn

2018 ist klar geworden: In den Städten wird es Zeit für die Verkehrswende. Mit Zukäufen, Firmengründungen und Big Data stellen sich Versorgungsunternehmen darauf ein.

01. Februar 2019
 E-Turn statt U-Turn

Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos gilt es, die richtigen Standorte zu finden. Spezialisten setzen dafür selbstlernende Algorithmen ein. Stadtwerke stehen vor der Herausforderung, Ladesäulen dort zu bauen, wo sie großen Nutzen bieten. Die Experten des Start-ups Geospin aus Freiburg haben einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt, der aus großen Datenmengen die optimalen Standorte für Ladesäulen errechnet, so die Thüga in einer Mitteilung.

Datenanalyse

Über zehn Stadtwerke der Thüga-Gruppe haben dieses Know-how bereits genutzt und mithilfe der Datenanalyse von Geospin ihr Ladenetz erfolgreich ausgebaut, heißt es. Die Standortanalyse von Geospin basiert auf mehr als 700 externen Umgebungsinformationen. Diese schließen unter anderem Verkehr, Demografie, soziale Medien und Points of Interest, wie Kinos, Restaurants oder öffentliche Einrichtungen, ein. »Wir konnten bei einem kleinen Stadtwerk aus der Thüga-Gruppe mit unserer Standortanalyse hoch profitable Standorte finden, die zunächst nicht eingeplant waren«, so Christoph Gebele von Geospin. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur erhält weiteren Anschub durch die dritte Förderrunde des Bundes – Fördergelder unterstützen beim Aufbau von bis zu 10.000 Normalladern und 3.000 Schnellladern. Die Verkehrswende steht und fällt mit den Flottenbetreibern, sagen Experten. Zum Jahreswechsel tätigten Energieversorger Zukäufe und Unternehmensgründungen.

»Wir konnten mit unserer Analyse hoch profitable Standorte finden, die nicht eingeplant waren.«

— Christoph Gebele Geospin

Statkraft steigt mit der Übernahme von 61 Prozent der Münchener ›eeMobility‹ GmbH in den deutschen Elektromobilitätsmarkt ein. Das Unternehmen bietet Ladelösungen für Firmenflotten mit einem umfassenden Serviceangebot. Die Partnerschaft stärkt die Position von ›eeMobility‹ im Hinblick auf seine zukünftigen Wachstumsziele, heißt es in einer Statkraft-Mitteilung.

»Wir sind überzeugt, dass der Markt für gewerblich genutzte Fahrzeuge eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Elektromobilität in Deutschland spielen wird«, sagt Bjørn Holsen, Senior Vice President New Business von Statkraft. Nach seinen Worten ist ›eeMobility‹ mit einem fortschrittlichen Produktangebot für Mitarbeiterfuhrparks in Deutschland gut aufgestellt. »Mit unseren Ladelösungen verbinden wir die Energiewende mit der Verkehrswende«, sagt Klaus Huber, einer der Gründer von ›eeMobility‹.

E-Mobility-Geschäft gebündelt

Auch Innogy räumt dem Thema Elektromobilität zunehmend Bedeutung ein. Deshalb hat das Unternehmen die Aktivitäten nun in einer eigenen Gesellschaft gebündelt. Zum 1. Januar 2019 wurden deshalb unter dem Namen Innogy E-Mobility Solutions GmbH die bisherigen Geschäftsaktivitäten im Bereich Elektromobilität zusammengefasst. Dies umfasst neben dem weitreichenden Hard- und Softwareproduktportfolio auch die laufenden Kundenbeziehungen und Projekte, welche dann zu 100 Prozent auf die Innogy-Tochtergesellschaft übergehen.

»Mit der Bündelung des E-Mobility-Geschäfts reagieren wir auf die aktuellen Herausforderungen des immer stärker wachsenden Marktes«, so Innogy. Kunden der neuen Gesellschaft und Fokussegmente sind weiterhin die Automobilwirtschaft, Ladenetzbetreiber (CPOs), Flottenbetreiber und B2B-Kunden sowie Kommunen und Energieversorger, die entsprechende Technologien für ihre Elektromobilitätsprojekte und Lösungen benötigen. hd

Erschienen in Ausgabe: 01/2019