Early Bird

Kommune – Im oberfränkischen Bamberg fahren seit März deutschlandweit die ersten E-Roller im Straßenverkehr, so die Stadtwerke. Sie werden vom Sharing-Anbieter Bird gestellt.

13. Mai 2019
Early Bird
(Bild: Matthias Hoch/Stadtwerke Bamberg)

Mit dem Test wollen die Stadtwerke Bamberg Erfahrungen sammeln, ob ein kombiniertes Angebot aus ÖPNV und Elektrotretrollern die Bürger dazu bewegt, auf Fahrten mit dem eigenen Auto zu verzichten, heißt es in einer Mitteilung.

Bundesweite Zulassung im Sommer erwartet

Der Test findet noch vor der offiziellen Zulassung von E-Scootern für den bundesweiten Straßenverkehr statt, die voraussichtlich im Sommer erfolgen soll. Den Angaben zufolge sind die Roller auf Basis einer Sondergenehmigung für den Straßenverkehr zugelassen. Der Testbetrieb umfasst 15 Fahrzeuge.

Für immer mehr Bürger ist es selbstverständlich, kein eigenes Auto zu besitzen. Um günstig und effizient ans Ziel zu kommen, verknüpfen sie verschiedene Verkehrsmittel miteinander wie beispielsweise Bus, Bahn, Fahrrad oder Carsharing.

Michael Fiedeldey, Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg: »Unsere Vision ist es, alle Mobilitätsangebote in einer App zu vereinen und die Auswahl und die Bezahlung der Angebote so komfortabel wie möglich zu machen. Ob sich die E-Roller in Bamberg bewähren, wird der Test der Birds in den kommenden Monaten zeigen.« Mit dem Test wollen die Stadtwerke Bamberg Erfahrungen sammeln, ob ein kombiniertes Angebot aus ÖPNV und Elektrotretrollern die Bürger dazu bewegt, auf Fahrten mit dem eigenen Auto zu verzichten.

Unsere Vision ist es, alle Mobilitätsangebote in einer App zu vereinen.

— Michael Fiedeldey Stadtwerke Bamberg

Maximal 20 km/h Höchstgeschwindigkeit

Die Bamberger Testfahrer werden die E-Roller auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen ausprobieren. Sind solche nicht vorhanden, darf auf Fahrbahnen oder in verkehrsberuhigten Bereichen gefahren werden. Die Fahrzeuge sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h begrenzt.

Alle Benutzer müssen bestätigen, dass sie volljährig sind und einen Führerschein der Klasse B besitzen. Die Sondergenehmigung schreibt auch vor, dass die Testfahrer einen Fahrradhelm tragen müssen. Bei Bedarf statten die Stadtwerke und Bird die Fahrer kostenlos mit einem Helm aus.

Sobald die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung voraussichtlich im Sommer deutschlandweit das Fahren von E-Scootern erlaubt, sollen in Bamberg 100 Fahrzeuge über die kostenlose Bird-App ausgeliehen werden können. In der App werden die nächsten E-Scooter angezeigt, der Bird-Nutzer kann das Fahrzeug über sein Smartphone entsperren und zum gewünschten Ziel fahren.

Nach Beendigung der Fahrt muss das Fahrzeug an einem sicheren Ort behinderungsfrei abgestellt werden. In dieser Pilotphase wird ein Startpreis von einem Euro sowie 15 Cent pro Minute fällig, die Kosten werden über die App abgerechnet.

Damit wird Bamberg die erste Stadt in Deutschland sein, in der Scooter als neue Form der Mobilität etabliert werden. Christian Geßner, Geschäftsführer von Bird: »Wenn unsere Scooter Leute dazu inspirieren, das Auto für unnötige Fahrten vor der Tür zu lassen, so können wir alle gemeinsam die Ziele hinsichtlich Verkehrsreduzierung und Nachhaltigkeit erreichen.« hd

WISSEN KOMPAKT

Bird

Bird hat nach eigenen Angaben im September 2017 den E-Scooter-Sharing-Service als umweltfreundliche Transportalternative eingeführt und seither in mehr als 100 Städten auf der ganzen Welt, darunter Paris, Wien, Zürich, Brüssel, Antwerpen, Madrid und London, expandiert.

Auf diese Weise wurde verhindert, dass mehr als 5.440 Tonnen CO2-Emissionen in die Luft freigesetzt wurden, so das Unternehmen. hd

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 60