EDNA reicht Verbesserungsvorschlag bei Bundesnetzagentur ein

Versionswechsel im Energiemarkt muss optimiert werden

05. November 2009

Nach wie vor verlaufen die Geschäftsprozesse im Energiemarkt nicht störungsfrei. Ein Grund: Die IT-Lösungen können oftmals nicht fristgerecht an geänderte Marktregeln angepasst werden. Aber auch die unterschiedlichen Interpretationen dieser Regeln und der eingesetzten Formate führen immer wieder zu ‚Verständigungsproblemen‘ zwischen den verschiedenen Software-Systemen, heißt es in einer Presseinformation.

Die EDNA-Initiative e.V. hat deswegen in Abstimmung mit dem BDEW einen Vorschlag an die Bundesnetzagentur erarbeitet. Dieser zeigt auf, wie die bisherige Praxis des Versionswechsels verbessert werden kann, um künftig Probleme beim Datenaustausch zu vermeiden. „Derzeit ist es so, dass die Testphase und der Produktivstart einer neuen Version zusammenfallen. Der Produktivstart wird zum Massentest, bei dem quasi jeder Marktteilnehmer bilateral gegen jeden anderen testen muss, ob Datenaustausch auch tatsächlich funktioniert“, beschreibt Rüdiger Winkler, Geschäftsführer der EDNA-Initiative e.V., die derzeitige Situation. Die Ursache für die Probleme liegt nach den Erfahrungen der EDNA-Initiative darin, dass das bisherige Verfahren keinerlei definierte Testphasen oder -methoden vorsieht. „Damit führt das jetzige Vorgehen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand und entsprechenden Kosten, ganz abgesehen von den Rechtsunsicherheiten, die durch Fehler beim Datenaustausch entstehen“, so Winkler weiter.

Der Vorschlag der EDNA-Initiative basiert auf dem aktuellen Versionswechselprozess der Bundesnetzagentur, der zwei Änderungsterminen zum 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres vorsieht. Echte Versionswechsel sollten künftig jedoch nur noch einmal pro Jahr erfolgen, der zweite Termin könnte für Fehlerkorrekturen genutzt werden. Zudem müsste ein ‚Redaktionsschluss‘ mit einer anschließenden, zweimonatigen Testphase eingeführt werden. Für die Fehlerbereinigung ist ein weiterer Monat notwendig, erst danach dürfte der Produktivstart erfolgen.

Der Vorschlag der EDNA-Initiative sieht darüber hinaus vor, dass alle Software-Hersteller ihre Systeme während der zweimonatigen Phase nur noch gegen eine einheitliche Testinstanz testen – nicht wie beim bisherigen Verfahren mit seinen ‚Jeder gegen Jeden‘-Tests. „Inzwischen haben viele Marktteilnehmer erkannt, dass der Aufwand für diese bilaterale Testinstanz immens ist. Deswegen wächst die Zustimmung für die Umsetzung dieser langjährigen Forderung der EDNA im gesamten Markt, auch bei den Verbänden. Letztlich muss solch ein Verfahren aber rechtlich einwandfrei geregelt werde. Hier ist die Bundesnetzagentur gefordert“, fasst Winkler zusammen.