EEG 2016: Chance oder Risiko für die Windenergie in Deutschland?

Eine Antwort bitte ... Karsten Porm

Es fällt nicht ganz leicht, die Chancen in den 2014 beschlossenen und 2016 ergänzend auf die Branche zukommenden Gesetzesänderungen zu erkennen. Der Markt wird sich ohne Zweifel in Deutschland verkleinern und die Akteursvielfalt abnehmen.

24. März 2016

Die meisten Experten sind sich einig, dass das Ausschreibungsmodell nach entsprechenden Erfahrungen im Ausland in Bezug auf eine genaue Steuerung des Ausbaus erneuerbarer Energien und die erhoffte Kosteneffizienz nicht optimal ist. Die derzeitige Diskussion um eine Einengung der Ausschreibungsmengen wirft Fragen hinsichtlich der Planungssicherheit auf. Die Windbranche ist allerdings sehr innovativ, flexibel und dynamisch und hat onshore-seitig das starke Argument auf ihrer Seite, die kostengünstigste der erneuerbaren Energien zu sein.

Die Zubauzahlen der letzten Jahre – insbesondere 2014 waren in der Tat stark ansteigend. Es ist daher prinzipiell nachvollziehbar, dass die Politik versucht, Steuermechanismen zu installieren, damit die langsamer laufenden Prozesse des notwendigen Netz- und Trassenausbaus nicht den Anschluss verlieren und die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien überprüfbar ist.

Es muss sich zeigen, ob das nun gewählte Instrumentarium die gewünschten Effekte bringt, ohne der Windbranche substanziell zu schaden.

Wir als Eno Energy gehen mit der Situation pragmatisch um und haben frühzeitig begonnen, als Reaktion auf die EEG-Änderungen unser Angebot weiter zu diversifizieren. Im Fokus stehen dabei der Ausbau von Dienstleistungen im Bereich Service und Betriebsführung sowie der Ausbau des Auslandsgeschäftes. In Frankreich steht beispielsweise die Realisierung zweier größerer Windparks bevor bzw. befinden sich bereits im Bau.

In Schweden wurde kürzlich eine Servicegesellschaft gegründet, was auch für Frankreich geplant ist. Die erfolgreiche Neuorganisation der Unternehmensfinanzierung mit erheblicher Ausweitung der Kredit- und Avallinien erlaubt uns als mittelständischem Unternehmen, nun auch größere Projekte zu finanzieren und zu realisieren. Wir setzen außerdem verstärkt auf Kooperationen, um dank unseres breiten Leistungsspektrums flexibel in verschiedene Projektstadien einsteigen zu können. Generell wäre allen Branchenakteuren zu wünschen, dass die Innovationskraft und wirtschaftliche Bedeutung der Windindustrie im Kontext mit den globalen klimatischen und energiepolitischen Herausforderungen von Meinungsmachern in der Politik und den Medien nüchterner und ideologiefreier diskutiert und die Schlüsselrolle deutscher Unternehmen für die Zukunftsbranche Windenergie stärker gewürdigt wird.

Erschienen in Ausgabe: 03/2016