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EEG-Konto: Unter drei Milliarden

EEG-Konto: Unter drei Milliarden

Ein Monat früher als im Vorjahr fällt das EEG-Umlagekonto unter die Marke von 3 Mrd.€. Im August 2016 standen noch rund 2,9 Mrd.€ (2015: rund 3,2 Mrd.€) auf der Guthabenseite, während 2015 erst im September das Guthaben auf circa 2,5 Mrd.€ fiel. Der Anstieg des Guthabens auf dem Konto vom Jahresanfang bis April fiel 2016 um fast 1 Mrd.€ geringer aus als im Vergleichszeitraum 2015.

12. September 2016

So stieg das EEG-Umlagekonto vom 31.12.2014 mit einem Kontostand von rund 2,8 Mrd.€ bis April 2015 auf rund 5 Mrd.€ - also ein Anstieg um 2,2 Mrd.€. Bis August sank der Kontostand dann auf ein Guthaben von 3,2 Mrd.€, also um 1,8 Mrd.€.

Weniger Anstieg bis April

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Für 2016 sah dies etwas anders aus: Vom 31.12.2015 mit rund 3,3 Mrd.€ stieg das Konto bis April 2016 dagegen auf 4,6 Mrd.€ - also ein Anstieg um 1,3 Mrd.€. Bis August sank der Kontostand auf ein Guthaben von rund 2,9 Mrd.€, also um 1,7 Mrd.€.

Das geht aus den Daten der Netzbetreiber zum EEG-Umlagekonto hervor, die diese auf www.netztransparenz.de veröffentlichen. Sie haben Anfang September einen Zwischenstand bis August für das Jahr 2016 zusammengestellt.

Typischer Jahresverlauf abgängig von PV-Produktion

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Ab dem Höchstwert im April sank das Guthaben auf dem Umlagekonto im Jahr 2015 bis Oktober auf rund 2,5 Mrd. €, danach stieg es wieder. Auch im Jahr 2016 ist bis zum August eine ähnliche Entwicklung zu beobachten.

Mit dem Vorzeichenwechsel folgt das EEG-Konto einem typischen Jahresverlauf, so das IWR (Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien)  auf seinen Internetseiten. Dieser sei unter anderem auf die vermehrte Solarstromproduktion in den Sommermonaten zurückzuführen, die in der Vergangenheit mit vergleichsweise hohen EEG-Vergütungszahlungen verbunden war und sich noch heute auf den EEG-Kontostand auswirke.

Höchste Einnahmen im Februar

Den höchsten Wert an Monats-Einnahmen erreichte das Konto 2015 mit rund 2,18 Mrd.€ im Februar. Der höchsten Wert an Monats-Ausgaben lag mit rund 2,63 Mrd.€ im Juni. Das höchste Monatssaldo (Einnahmen - Ausgaben) lag 2015 bei rund 0,69 Mrd.€ im Februar, das niedrigste bei -0,66 Mrd.€ im September.

Den bis August höchsten Wert an Monats-Einnahmen erreichte das Konto 2016 mit rund 2,24 Mrd.€ ebenfalls im Februar, ein höherer Wert als 2015. Die bis August höchsten Ausgaben verbucht das Konto mit rund 2,67 Mrd.€ ebenfalls im Juni, ein höherer Wert als 2015.

Das höchste Monatssaldo lag bis August bei 0,46 Mrd.€ im Januar, das niedrigste bei -0,64 Mrd.€ im Juni. 2016 sind bisher meist niedrigere positive Monatssaldi erreicht worden als 2015. In den Monaten Mai und Juni waren die negativen Monatssaldi stärker im Minus als im Vergleich zum Vorjahr.

Hintergrund EEG-Umlagekonto

Der Öko- oder Grünstrom muss zwangsweise an der Börse verkauft werden, die Einnahmen werden auf ein privatwirtschaftliches EEG-Konto eingezahlt, erklärt das IWR die Hintergründe auf seinen Internetseiten. Das EEG-Konto wird von den Strom-Netzbetreibern geführt und monatlich aktualisiert. Es stelle genau genommen eine Zusammenfassung der einzelnen Konten der vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland dar.

Zu den Einnahmen zählen insbesondere die Zahlungen der EEG-Umlage durch Stromkunden sowie Vermarktungserlöse des EEG-Stroms an der Strombörse, erläutert das Wirtschaftforum weiter. Unter die Ausgaben fallen vor allem die Vergütungs-Zahlungen an die Betreiber von EEG-Erzeugungsanlagen. 

 

Das EEG-Umlagekonto ist eine Berechnungs-Grundlage für die EEG-Umlage je Kilowattstunde, welche die Stromverbraucher zahlen. Außerdem fließen eine Prognose der Erzeugung aus erneuerbaren Energien, eine Prognose der Entwicklung der Börsenstrompreise und die sogenannte Liquiditätsreserve mit in die Berechnung der Netzbetreiber ein.

Die positive Deckung des EEG-Kontos 2015 senkte die EEG-Umlage 2016 laut Angaben der Netzbetreiber rein rechnerisch um rund 0,7 ct pro Kilowattstunde.

Die Liquiditätsreserve federe Schwankungen auf dem EEG-Konto und deren Auswirkungenauf die Umlage ab. Diese Schwankungen ergeben sich, weil natürlicherweise Abweichungen zwischen der Prognose und der tatsächlichen Einspeisung aus erneuerbaren Energien auftreten.

"Hierdurch sind Vergütungszahlungen nur schwer kalkulierbar" heißt es in der Mitteilung der Netzbetreiber zur EEG-Umlage 2016. "So führen beispielsweise besonders sonnenreiche Jahre zu einer höheren Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen als im Durchschnitt zu erwarten wäre." Mit voranschreitendem Zubau an erneuerbaren Energien nähmen diese Abweichungen zu. Die Liquiditätsreserve liegt 2016  bei 10 %. Ihr Anteil an der EEG-Umlage beträgt rund 0,6 ct pro  Kilowattstunde.