EEX kündigt Energiewende-Produkte an

Die European Energy Exchange (EEX) hat auf der E-World Energy & Water Pläne für die Einführung von so genannten Energiewendeprodukten angekündigt und ein Konzeptpapier dazu veröffentlicht. Dieses steht im Kontext zum kürzlich vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Grünbuch für ein zukünftiges Strommarktdesign.

10. Februar 2015

»Die Energiewende mit einem weiter steigenden Anteil erneuerbarer Energien erfordert eine Weiterentwicklung und Optimierung des bestehenden Strommarkts. Dazu gehören auch neue Produkte, die dazu beitragen, die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu meistern«, so EEX-Vorstandsvorsitzender Peter Reitz. »Als eine der wichtigsten Herausforderungen sehen wir, die vom Markt geforderte Flexibilität zu einer handelbaren Ware zu machen, deren Preis am Markt ermittelt wird.«

Flexibilitätsbedarf entstehe insbesondere durch die zunehmende Erzeugung erneuerbarer Energien, welche im Voraus nicht verlässlich planbar ist. Die Marktakteure benötigen Instrumente, um ihre Positionen in Situationen ohne Wind und Sonne (»dunkle Flaute«) kurzfristig anpassen zu können und Unausgeglichenheiten zwischen Erzeugung und Verbrauch zu vermeiden, so die EEX. Durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien findet der Stromhandel verstärkt auf dem kurzfristigen Intraday-Markt statt. Auch die Volatilität und das Auftreten von Preisspitzen verlagern sich zunehmend vom Day-Ahead- auf den Intraday-Markt.

Vor diesem Hintergrund entwickelt die EEX eigenen Angaben zufolge finanziell erfüllte Terminmarktprodukte, mit denen sich erstmals Preisspitzen am Intraday-Markt absichern lassen. Mit einem so genannten Cap-Future lassen sich Preise absichern, die über einer Preisschwelle (Cap) liegen und von denen vorab nicht bekannt ist, ob sie auftreten, wann sie auftreten und in welcher Größenordnung sie auftreten. Der Käufer eines Cap-Futures erhält vom Verkäufer für die Stunden, in denen der Intraday-Preis oberhalb des Cap liegt, eine Auszahlung in Höhe der Differenz zwischen dem Marktpreis der betreffenden

Stunden und der Höhe des Caps. Damit wirkt ein Cap-Future für den Käufer wie eine Versicherung gegen hohe Preise im kurzfristigen Handel mit Stundenkontrakten.

Für den Verkäufer hingegen stellt der Preis des Cap-Futures eine Prämie für die Bereitschaft dar, das Preisrisiko bei Überschreiten des Caps zu übernehmen. Durch den Einsatz eigener flexibler Erzeugungskapazität im Intraday-Markt kann sich der Verkäufer wiederum gegen dieses Risiko absichern. Cap-Futures führen somit zu zusätzlichen Erlösen für flexible Erzeugungskapazität und begünstigen Investitionsanreize in diese Anlagen.

Die EEX wird den Handel mit Cap-Futures eigenen Angaben zufolge noch in diesem Jahr einführen und damit als erste Börse Flexibilitätsprodukte anbieten. Darüber hinaus plant sie, zukünftig ergänzende Energiewendeprodukte, zum Beispiel Wetterderivate, anzubieten. »Damit schaffen wir konkrete Lösungen im Markt, die helfen werden, die Energiewende zum Erfolg zu führen. Dafür entwickelt die EEX-Gruppe in enger Abstimmung mit den Handelsteilnehmern die Märkte kontinuierlich weiter«, so Tobias Paulun, Strategievorstand der EEX.