EEX und Epex Spot fordern bessere Marktintegration von Erneuerbaren

Die European Energy Exchange (EEX) und die Europäische Strombörse Epex Spot haben ein gemeinsames Positionspapier zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) veröffentlicht.

07. Februar 2014

Darin fordern sie eine stärkere Marktintegration erneuerbarer Energien, die über die heutigen Möglichkeiten der Direktvermarktung hinausgeht. Die Börsen schließen sich den Reformvorschlägen von Bundeswirtschaftsminister Gabriel an und gehen dabei in ihren Forderungen zur Marktintegration einen Schritt weiter. Kernstück des Vorschlags ist eine Vermarktung regenerativen Stroms, die sich stärker an der aktuellen Nachfrage auf dem Großhandelsmarkt orientiert. »Bereits heute kann in Zeiten schwacher Nachfrage eine Überproduktion von erneuerbaren Energien auftreten. Das führt zu Mehrkosten, die durch eine bessere Koordinierung von Angebot und Nachfrage vermieden werden können«, so Jean-François Conil-Lacoste, Vorstandsvorsitzender der Epex Spot. Als Signal zur Koordinierung sei der Großhandelspreis geeignet, der Anbieter und Nachfrager in effizienter Weise zusammenführe. Eine Marktintegration erneuerbarer Energien bedeute, dass auch diese Quellen ihre Erzeugung am aktuellen Strompreis ausrichten, wie es herkömmliche Kraftwerke bereits heute tun.

Die vom Bundeskabinett verabschiedete verpflichtende Direktvermarktung für Neuanlagen sei ein Schritt in die richtige Richtung und werde daher von EEX und Epex Spot unterstützt. Mittelfristig sei aber die verpflichtende Direktvermarktung auf Basis einer gleitenden Marktprämie nicht ausreichend, damit EEG-Anlagen ihre Stromerzeugung nach dem Bedarf ausrichten. Sie sollte daher zukünftig auf einer fixen

Marktprämie beruhen, welche durch ein wettbewerblich gestaltetes Ausschreibungsmodell ermittelt wird. Konkret schlagen die Börsen vor, neue Anlagen in einer verpflichtenden Direktvermarktung zusätzlich zu den Erlösen am Strommarkt nach installierter Erzeugungsleistung zu vergüten. Alternativ sollte die arbeitsbasierte Förderung mit einem begrenzten Kontingent geförderter Kilowattstunden untersucht werden, die bei zielgerechter Umsetzung ähnlich wirkt. In jedem Fall sollten die fixen Vergütungssätze in einer Ausschreibung ermittelt werden, so die beiden Börsen. Wie das Modell im Einzelnen aussehen könnte, wird in dem Papier diskutiert.