EEX und Epex Spot stimmen für Strommarktgesetz

Die European Energy Exchange (EEX) und die Europäische Strombörse Epex Spot haben in Essen im Rahmen der E-world energy & water mit Experten aus Wirtschaft und Politik den Entwurf für ein Strommarktgesetz diskutiert.

17. Februar 2016

In ihrem Vorschlag spricht sich die Bundesregierung für eine Optimierung und Weiterentwicklung hin zu einem »Strommarkt 2.0« aus. Zentrum des Strommarkts soll weiterhin ein am Markt – und damit im Wesentlichen an den Börsen – ermitteltes Preissignal sein. Der Gesetzentwurf enthält ein Bekenntnis zur freien Marktpreisbildung und eine Selbstbeschränkung gegen politische Eingriffe bei sehr hohen Preisen. Das klare Bekenntnis zu Marktmechanismen, Wettbewerb und einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit sei der Schlüssel für den Strommarkt der Zukunft.

Dr. Wolfram Vogel, Director Public & Regulatory Affairs der Epex Spot sagt dazu: »Der Gesetzentwurf zeigt das Vertrauen der Politik in die Funktionsfähigkeit und Innovationskraft des Marktes, um im Wettbewerb die besten Lösungen für die Energiewende zu erreichen«. Dr. Tobias Paulun, Strategievorstand der EEX, ergänzt: »Das Preissignal der Börsen ist das A und O eines funktionsfähigen Strommarkts und die Grundlage für sämtliche Entscheidungen der Marktakteure, sowohl kurzfristig für die Steuerung von Produktion und Verbrauch als auch langfristig für  Investitionen.«

EEX und Epex Spot haben in enger Abstimmung mit den Marktteilnehmern bereits konkrete Angebote für einen Strommarkt der Zukunft geschaffen. Dazu zählen vor allem die Stärkung der kurzfristigen Intraday-Märkte bei Epex Spot durch die Ausweitung des Handels mit 15-Minuten-Produkten und die Verkürzung der Vorlaufzeiten sowie die Einführung des Cap-Futures am Terminmarkt der EEX. Weitere Produkte wie der Wind-Power-Future sind in der Vorbereitung und werden im Frühjahr 2016 eingeführt.

Zu einem zukunftsfähigen Strommarkt gehört auch eine Auseinandersetzung mit dem Energiemarktdesign auf europäischer Ebene. EEX und Epex Spot befürworten eigenen Angaben zufolge  in diesem Zusammenhang einen europäischen Ansatz, da er viel mehr Möglichkeiten im Hinblick auf die Integration erneuerbarer Energien in den Markt, die Flexibilisierung des Marktes und damit letztlich die Versorgungssicherheit eröffne. Ein Beispiel hierfür sei der grenzüberschreitende Handel zwischen Deutschland und Österreich in einer gemeinsamen Preiszone. Ein solches grenzüberschreitendes Marktgebiet liefere die nötige Liquidität und das aussagekräftige Preissignal, um eine effiziente Absicherung aller Marktteilnehmer auch bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien sicherzustellen.