Effizient gekühlt

Aldi Nord setzt auf Energieeffizienz beim Kühlen und Heizen: In einem gemeinsamen Projekt mit Viessmann haben die beiden Unternehmen ein Kälte-Wärme-Verbundsystem entwickelt, das auf Wärmepumpen basiert. Nach den ersten erfolgreichen Piloten sollen nun in einer ersten Phase zehn Filialen des Discounters damit ausgerüstet werden.

07. März 2017

Viessmann Kühlsysteme hatte bereits Ende 2015 im Auftrag von Aldi Nord den Neubau einer Filiale mit dem System ausgestattet. In der zwölf Monate dauernden Testphase wurden die Betriebssicherheit und die Energieeffizienz der Gesamtanlage erfolgreich abgeschlossen, wie die Unternehmen mitteilen.

Ende 2016 und Anfang 2017 haben die beidne Partner in Schleswig-Holstein bereits zwei weitere, ebenfalls neu errichtete Filialen mit dem System ausgerüstet.

Mehr PV-Eigenverbrauch

„Ein Teil unserer Modernisierung ist, unsere Filialen energieeffizienter und nachhaltiger zu machen. Dabei setzen wir verstärkt auf umweltfreundliche und natürliche Kältemittel", sagt Christian Fleck, Geschäftsführer der Aldi Regionalgesellschaft Scharbeutz und Projektverantwortlicher.

 

"Wir wollen die Eigennutzungsquote der selbstgewonnenen Energie durch Photovoltaikanlagen in unseren Märkten durch Kombination mit Kälte-und-Wärme-Verbundanlagen und einer bedarfsgerechten Nutzung der Photovoltaikanlagen deutlich erhöhen.“

Kühlen und Heizen mit Speichereffekt

Das größte Einsparpotenzial liegt allein in der Kältetechnik der Filialen, die rund 50 Prozent am Gesamtstromverbrauch beträgt. Mit dem Energiesystem unter dem Namen ›Esycool green‹ seien erhebliche Einsparpotenziale möglich, so die Unternehmen.

Es handelt sich um ein modulares Energiesystem, das auf natürliche Kältemittel setzt. Zudem soll künftig auf fossile Brennstoffe zur Gebäudeheizung verzichtet werden. Stattdessen kommen Elektro-Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) zum Einsatz.

Sie sind bereits für den Betrieb mit selbsterzeugtem Strom aus Photovoltaik-Anlagen vorbereitet. Die Wärmepumpen versorgen über einen Kaltsolekreislauf die Kühlstellen im Markt und nutzen bei Bedarf die Abwärme zum Heizen des Gebäudes.

An besonders kalten Tagen kann zusätzliche Wärme aus einem angeschlossenen Eis-Energiespeicher entzogen werden. Und im Sommer steht das im Speicher gebildete Eis für die Kühlregale und -zellen zur Verfügung.

„Durch den umfassenden Ansatz des Esycool-Konzepts prägen wir den Lebensmitteleinzelhandel hin zu energieneutralen Filialen“, sagt Rayk Mende, Geschäftsführer Corporate Responsibility der Unternehmensgruppe Aldi Nord.