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Energiekosten

Effiziente Netzwerke

Jetzt tut sich etwas beim Energiesparen. Mittelständische Unternehmen nehmen für die Energieeffizienz mehr Geld in die Hand als früher. Bundesweit steigt die Zahl derEnergieeffizienz-Netzwerke.

10. Dezember 2018
(Bild: REDPIXEL/stock.adobe.com)

Der Mittelstand in Deutschland hat in den vergangenen Jahren seine Anstrengungen zur Verbesserung der betrieblichen Energieeffizienz verstärkt. Besonders aktiv waren dabei die kleinen Unternehmen, so eine Untersuchung der KfW. Gleichzeitig sind in den vergangenen vier Jahren die Preise für im Unternehmenssektor stark genutzte Energieträger wie Mineralölprodukte oder Gas gesunken, heißt es.

»Die Belastung der Firmen durch Energiekosten ist damit insgesamt erheblich zurückgegangen«, so die KfW in einer Mitteilung. Demnach sind die Unternehmen heute deutlich weniger anfällig gegen künftig eventuell steigende Energiepreise als noch vor einigen Jahren.

Aktiver Mittelstand

Laut KfW haben in den Jahren 2014 bis 2016 rund 1,4 Millionen mittelständische Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz und zur Einsparung von Energiekosten ergriffen, das entspricht einem Anteil von 37 Prozent und einer Steigerung von vier Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 bis 2013. Vor allem die kleinen Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten haben ihre Aktivitäten merklich gesteigert.

Den Angaben zufolge haben sich die Mittelständler zwischen 2014 und 2016 weitaus stärker investiven Maßnahmen zugewandt und in diesem Zusammenhang beispielsweise in energieeffiziente Produktionsanlagen und Geräte investiert.

Der Chefvolkswirt der KfW, Jörg Zeuner, kommentiert die Ergebnisse der Untersuchung wie folgt: »Die Ergebnisse unseres Monitorings zeigen, dass der effiziente Umgang mit Energie für mittelständische Unternehmen immer wichtiger wird.« Allerdings sei ein höheres Tempo bei der Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmenssektor notwendig, nicht nur im Hinblick auf die zu erreichenden Energieziele der Bundesregierung, sondern auch auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen selbst.

»Im Unternehmenssektor ist bei der Verbesserung der Energieeffizienz ein höheres Tempo notwendig.«

— Jörg Zeuner, KfW

Energiekosten im Jahr

Inzwischen wenden 56 Prozent der mittelständischen Unternehmen nicht mehr als 5.000 Euro pro Jahr für Energiekosten auf, in den Jahren zwischen 2011 und 2013 lag ihr Anteil noch bei lediglich 40 Prozent. Parallel dazu ging der Anteil der Unternehmen mit Energiekosten von mehr als 50.000 Euro von 20 Prozent auf 13 Prozent zurück.

Regionale Unternehmer-Netzwerke sind ein zentraler Bestandteil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz. Rund 500 dieser Netzwerke sollen nach dem Willen der Bundesregierung deutschlandweit entstehen. Die 200. Gründung fand im September in Bayern statt.

Im Netzwerk »Ecoistics.EffNaNet Ford 05« haben sich fünf Autohäuser zusammengetan. »Der Fokus der Händler mit angeschlossenen Werkstätten liegt vor allem darauf, energieintensive Druckluftprozesse zu optimieren«, so das Bundeswirtschaftsministerium in einer Mitteilung. Auch bei der Beleuchtung der Verkaufsräume will das Netzwerk in Zukunft Energie einsparen.

Bundesweit mehr als 1.800 Unternehmen

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums beteiligen sich aktuell deutschlandweit insgesamt mehr als 1.800 Unternehmen an der Initiative von der Bundesregierung sowie 22 Verbänden und Wirtschaftsorganisationen.

Unternehmen werden dabei unterstützt, sich zum Thema Energieeffizienz auszutauschen und Effizienzpotenziale zu identifizieren und zu heben. Dadurch senken die Teilnehmer ihren Energieverbrauch und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.

„Die Zahl von 200 Netzwerken ist ein wichtiger Beleg dafür, dass die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke einen wirkungsvollen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz leisten kann“, so Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Nach seinen Worten ergab eine Analyse, dass die untersuchten Netzwerke ihre Einsparziele bisher durchschnittlich zu 105 Prozent erreichten. »Die Unternehmen schaffen gemeinsam mehr als sie sich vorgenommen haben«, so Altmaier. „Damit setzen sie ein wichtiges Zeichen und zeigen, dass auch ein freiwilliges Instrument der Wirtschaft wesentlich dazu beitragen kann, die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen.« hd

Erschienen in Ausgabe: Nr. 08 /2018