Effizienzlücke statt Stromlücke

dena warnt vor fehlenden effizienten Kraftwerken.

01. Dezember 2008

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hält den zusätzlichen Bau von effizienten Kohle- und Erdgaskraftwerken mit einer Leistung von knapp 12.000 MW bis im Jahr 2020 für dringend erforderlich. Das entspricht etwa 15 Großkraftwerken. Die derzeit gesicherten Kraftwerksplanungen reichen nach eigenen Angaben nicht aus, um in Zukunft die Stromnachfrage zu Höchstlastzeiten preiswert, sicher und klimaschonend zu decken. Verzögerungen in der Planung und beim Bau drohen die Lage zu verschärfen. Wird die Erneuerung der Stromproduktion aus Kohle und Erdgas nicht forciert, werden alte und ineffiziente fossile Kraftwerke mit deutlich höherem CO2-Ausstoß länger in Betrieb bleiben. Das würde zu höheren Strompreise führen und die Klimabilanz belasten.

»Wir haben keine Stromlücke, sondern eine Effizienzlücke. Der Strom wird teurer und schmutziger, wenn der Bau effizienter Kohle- und Erdgaskraftwerke nicht vorangetrieben wird«, sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler kürzlich auf der Konferenz ›Kraftwerke und Netze für eine nachhaltige Energieversorgung‹ in Berlin. Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse mit gesicherter Leistung aus effizienten und flexiblen Kohle- und Erdgaskraftwerken gekoppelt werden. »Wer Klimaschutz und Erneuerbare will, muss auch über die Erneuerung des Kraftwerksparks sprechen. Denn Versorgungssicherheit ist für ein Industrieland wie Deutschland auch dann erforderlich, wenn die Sonne nicht scheint und Windstille herrscht. Die Herausforderung liegt darin, das Gesamtsystem möglichst effizient zu optimieren.«