EINE ANTWORT BITTE...

Eine Antwort bitte, Bassam Darwisch von Vattenfall Trading. PPA für Weiterbetrieb und Neuprojekt: Worauf kommt es an?

13. Mai 2019
EINE ANTWORT BITTE...
Bassam Darwisch, Vattenfall Trading GmbH (Bild: Vattenfall)

Verglichen mit den aktuellen Ausschreibungsmengen würde dies einem Nettoabbau von erneuerbarer Leistung gleichkommen. Die Ziele des EEG rücken in weite Ferne. Doch es gibt Grund zur Hoffnung: Die Erzeugungsmengen der Altanlagen sind für die Industrie interessant. In Form von Power Purchase Agreements, kurz PPAs. Diese Lieferverträge dienen der direkten Beschaffung von grünem Strom. Für Altanlagen, die sich nicht mehr im EEG-System mit Doppelvermarktungsverbot befinden, können Herkunftsnachweise ausgestellt werden. Industriekunden beziehen so nachweislich Grünstrom. Ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz.

Den Herkunftsnachweisen kommt somit künftig eine Schlüsselrolle zu. Für die Betreiber von Altanlagen können PPAs eine Alternative sein. Statt den Standort aufzugeben oder Kapital zu investieren, betreiben sie ihren Bestandspark zu langfristig definierten Konditionen. Einflussfaktoren für den Weiterbetrieb sind die Entwicklung des Strompreises sowie die Betriebskosten und ob diese noch optimiert werden können. Für Neuprojekte können PPAs ein geeignetes Instrument der Finanzierung sein. Und zwar dann, wenn die EEG-Vergütungen aus den Auktionen weiter sinken. Für beide Fälle gilt: Anlagenbetreiber gewinnen in Zeiten sinkender oder ganz entfallender Förderungen Planungssicherheit bei Stromerlösen. Das Interesse an PPA steigt stetig, sowohl aufseiten der Betreiber als auch auf der Nachfrageseite der Industrie. In den Niederlanden hat Vattenfall bereits Projekte dieser Art umgesetzt. Microsoft wird dort sein Rechenzentrum komplett mit Strom des Windparks Wieringermeer versorgen. 2017 unterzeichneten Microsoft und Vattenfall den Vertrag über die direkte Belieferung mit Grünstrom. Deutschland steht am Beginn dieser Entwicklung, da die garantierte EEG-Vergütung häufig noch über den zu erzielenden Markterlösen liegt. Der Blick über den Tellerrand zeigt, wohin die Reise geht.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 18 bis 19