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1 Antwort bitte: Julian Kretz, Next Kraftwerke

Zusatzeinnahmen mit Demand Response – worauf kommt’s an?
10. Oktober 2018
Julian Kretz, Projektmanager, Politik und Forschung bei Next Kraftwerke (Bild: Next Kraftwerke)

Demand Response im B2B-Bereich ist ein weites Feld mit unterschiedlichen Partizipationsmöglichkeiten. Oft ist die Wahl, welche Märkte und Produkte die richtigen sind, eine große Hürde beim Einstieg. Eine genaue Analyse des eigenen Stromverbrauchsprozesses hilft, die Möglichkeiten detailliert auszuloten. Im Vordergrund sollte immer die ursächliche Bestimmung des Verbrauchsprozesses stehen. Flexibilitätsvorhaltung sollte nicht die Kernaktivität einschränken, sondern zusätzliche Erlösmöglichkeiten generieren. Dazu ist es wichtig, Maßnahmen zur Reduktion von Netzentgelten bei der Flexibilitätsvorhaltung zu beachten und somit Demand Response übergreifend anzuwenden und nicht eine Anwendung in den Vordergrund zu stellen.

Prinzipiell kann man zwei Prozesstypen unterscheiden: kontinuierliche und nicht-kontinuierliche. Kontinuierliche Verbrauchsprozesse, die gelegentliche, kurze Lastabwürfe erlauben, eignen sich für den Einsatz an kurzfristigen Regelenergiemärkten, um positive Sekundärreserven bereitzustellen. Insbesondere Wärme- und Kälteprozesse sowie Elektrolyseure sind für diesen Einsatzzweck prädestiniert. Nicht durchgängige Verbrauchsprozesse, deren Stromverbrauch aber mit Vorlauf geplant werden kann und die eine Lastverschiebung für im Vorfeld definierbare Zeiträume und -blöcke erlauben, eignen sich für den Einsatz an der Spotbörse.

Diese Orientierung des Stromverbrauchs an kurzfristigen Börsenpreisen spart signifikant Kosten ein. Entweder als kontinuierliche Optimierung über unseren viertelstundenscharfen Best-of-96-Tarif oder mit unserem Take-your-time-Tarif, bei dem der Verbrauch in definierbaren Stundenblöcken optimiert wird. Ähnlich einem HT/NT-Tarif, jedoch mit einer feineren Auflösung, was die Wahl der Zeitscheiben angeht. Neben einer Optimierung des Verbrauchsprozesses lassen sich auch etwaige Eigenerzeuger, die auf dem Firmengelände vorhanden sind, wie etwa Netzersatzanlagen oder BHKW, dazu nutzen, zusätzlich Erlöse entweder auf dem Spotmarkt oder in der Vorhaltung von Regelenergie zu erzielen.

Um den vielfältigen Möglichkeiten gerecht zu werden, ist also eine individuelle Analyse unabdingbar. Die lohnt sich häufig, da doch mehr Potenziale in Verbrauchsprozessen stecken, als auf den ersten Blick angenommen wird.

Erschienen in Ausgabe: Nr. 08 /2018