Eine Frage noch > Margit Conrad…

... brauchen wir eine höhere KWK-Förderung?

01. Juni 2007

Unbedingt! Kraft-Wärme-Kopplung ist die wichtigste Effizienztechnologie. Sie hat die größten Potenziale und ist technologisch ausgereift. Wir brauchen ein Zuschussprogramm zum Ausbau der Nah- und Fernwärmenetze. Die Energieverluste bei der Erzeugung von Strom und Wärme in herkömmlichen Kraftwerken und Heizkesseln werden wir uns künftig nicht mehr leisten können. Durch eine intelligente dezentrale Organisation der Stromerzeugung überall dort, wo die Abwärme genutzt werden kann, lässt sich das Energiepotenzial fossiler wie regenerativer Brennstoffe optimal ausschöpfen. KWK braucht aber auch die Unterstützung der Kommunen und der Wirtschaft. Es gilt, diese keineswegs neue Erkenntnis mit Hilfe moderner, hocheffizienter KWK-Technologien konsequent in die Praxis umzusetzen.

Um den von der Bundesregierung geplanten KWK-Anteil von 25 Prozent bis 2020 zu erreichen, muss die anstehende Novellierung des KWK-Gesetzes sowohl für Neubau als auch für Modernisierungen adäquate Anreize setzen. Die bisherige Begrenzung der Förderung auf Anlagen bis zwei Megawatt muss entfallen. Eine Fortschreibung des KWK-Gesetzes ist nicht ausreichend. Die Novellierung muss vielmehr dazu genutzt werden, in der Effizienz eine vergleichbare Dynamik zu erreichen wie sie mit dem EEG für die erneuerbaren Energien erreicht wurde. Das bremer energie institut schätzt das wirtschaftlich erschließbare Potenzial hocheffizienter KWK auf bis zu 32 Prozent des Nutzwärmeverbrauchs.

Die größten KWK-Potenziale liegen im Ausbau der Fernwärme sowie in der Industrie. Insoweit brauchen wir eine Verstärkung der Förderung von Wärmenetzen sowie Anreize zu deren Verdichtung. KWK braucht zudem eine grundlegende Neuorientierung hin zum Lieferanten von Ausgleichsenergie. Über eine Differenzierung der KWK-Zuschläge nach mit dem Netzbetreiber vereinbarten Einspeisezeiträumen muss die Wertigkeit des KWK-Stroms erhöht werden.

Margit Conrad, Staatsministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz

Erschienen in Ausgabe: 06/2007