Eine Frage noch >Mike Frank

Finale

...kommt es beim Strom nur auf den Preis an?

29. April 2010

Jein. So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten. Ökonomische Gründe stehen – gerade für Unternehmen – sicherlich an oberster Stelle, wenn es darum geht, den Stromanbieter zu wechseln. Ob das gut ist für die Umwelt oder eben nicht. Ich denke, da können wir ehrlich zu uns selbst sein. Mehr Geld in der Tasche zu haben – dagegen hat niemand etwas.

Das ergab auch eine repräsentative Umfrage, die wir zusammen mit dem renommierten Marktforschungsinstitut TNS unter Unternehmern durchgeführt haben:

Der Preis gemeinsam mit der Versorgungssicherheit sind bei der Wahl des Stromanbieters »äußerst wichtig«. Die umweltfreundliche Gewinnung des Stroms halten Unternehmen immer noch für »wichtig«, sie liegt aber hinter Kriterien, wie dem Preis, der Weitergabe sinkender Netzentgelte, der Servicequalität oder der Verständlichkeit der Rechnung.

Was heißt das nun für die Branche der gewerblichen Stromanbieter? Der Stromkunde kann nur von einem günstigen Strompreis profitieren, wenn sich der Wettbewerb auf dem Strommarkt voll entfaltet. Da sind wir in Deutschland auf einem guten Weg, allerdings noch lange nicht am Ziel. In der besagten Befragung erklärten 90 Prozent der Unternehmen, sie könnten sich einen Stromanbieterwechsel »generell vorstellen«.

Drei Viertel meinen, zu viel für ihren Strom zu zahlen. Doch nur knapp ein Drittel von ihnen ist bisher tatsächlich zu einem anderen Stromanbieter gewechselt. Dabei gibt es eine Vielzahl an Newcomern auf dem Strommarkt, die den Wettbewerb beleben und für die nötige Differenzierung sorgen. So hat es der Kunde selbst in der Hand. Fazit: Eine höhere Wechselbereitschaft sorgt für einen stärkeren Wettbewerb unter den Stromanbietern, was faire Preise garantiert. Und dann werden Umweltaspekte bei der Wahl des Stromanbieters noch wichtiger als sie heute schon sind. Davon profitieren wir schließlich alle.

Mike Frank, Geschäftsführer der meistro Strom GmbH

Erschienen in Ausgabe: 04/2010