Einkaufen über den Online-Marktplatz

Stadtwerke Halle nutzen das Branchenportal "utilityGate"

Bis zu 5 Prozent wollen die Stadtwerke Halle mit ihrer neuen Online-Handelsplattform beim Einkauf sparen. Mit der Lösung eines Frankfurter Anbieters erschloss sich der Versorger die notwendige Technik, ohne in aufwändige IT-Projekte investieren zu müssen.

05. September 2002

Die Stadtwerke Halle starteten im November vergangenen Jahres einen Test, der den Nutzen und die technische Kompatibilität des für die Ver- und Entsorgungsbranche eingerichteten Internet-Marktplatzes „utilityGate“ auf die Probe stellt. Über die von der M-Exchange AG seit Mitte des vergangenen Jahres betriebene Online-Handelsplattform sollen branchenspezifische Einkaufsprozesse schneller, effizienter und kostengünstiger abgewickelt werden. Die Stadtwerke Halle in Sachsen-Anhalt beabsichtigen künftig, ebenso wie etwa die Stadtwerke Dortmund und München, die vielfältigen betriebswirtschaftlichen Vorteile des elektronischen Handels von Gütern und Dienstleistungen für interne und externe Beschaffungsabläufe zu nutzen.

Die Module des Handelsplatzes utilityGate konnten nach Angaben des Geschäftsführers der stadteigenen ITConsultant Halle GmbH, Axel von der Heyde, der zugleich Leiter der EDV-Abteilung der Stadtwerke ist, einwandfrei in die bestehende Infrastruktur der Stadtwerke integriert werden. Auch die vielseitigen Anwendungen des Handelssystems seien nahtlos in das laufende operative Geschäft eingebunden worden. Der Probebetrieb wurde laut von der Heyde somit „erfolgreich gestartet“. Er äußerte sich zuversichtlich, mit utilityGate insgesamt einen kompetenten E-Commerce-Partner ausgewählt zu haben.

Innerhalb von nur zwei Wochen hat ein Team aus Systemtechnikern und Beratern der M-Exchange AG vor Ort und in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Abteilungen der Stadtwerke die notwendige Infrastruktur auf SAP-Basis implementiert und somit den Anschluss an utilityGate hergestellt. Interne Bedarfsanforderungen der künftigen Anwender wurden während der Installation abgestimmt und entsprechend berücksichtigt. „Frühzeitig wurden die Vorstellungen unsere Einkäufer gehört“, so von der Heyde.

Dass das neue auf einer SAP- und Commerce One-Plattform basierende, digitale Beschaffungsinstrument künftig ohne Medienbrüche und ganz auf die individuellen Anforderungen jedes einzelnen Unternehmens gepolt anzuwenden ist, darauf legt die in Frankfurt ansässige M-Exchange AG als neutraler Anbieter des utilityGate großen Wert. Der Anschluss an das Branchenportal ist nach Auffassung der Stadtwerke Halle eine kostengünstige Möglichkeit, am elektronischen Handel teilnehmen zu können. Bisher konnten die Einkäufer der Stadtwerke Halle Güter und Dienstleistungen nur auf herkömmlichen Wegen ordern.

Kostenaspekte sprachen für utilityGate: Der Aufbau eines eigenen virtuellen Marktplatzes wäre zu zeitraubend und vor allem, mit Kosten im voraussichtlich zweistelligen Millionenbereich, viel zu teuer für die Stadtwerke Halle gekommen. Auch seien keine aufwändigen Schulungen der Mitarbeiter notwendig, die über ihre gewohnten Terminal-Anwendungen die im Back Office installierte Technik nutzen können. Künftige Bestellungen werden einfach über den Marktplatz versendet und der etwaige Lieferant bestätigt den Auftrag mittels einer Statusmeldung. Wichtige Kriterien für die Auswahl der M-Exchange AG unter den Anbietern von Branchenplattformen sind den Stadtwerken Halle zufolge deswegen die technische Kompetenz des Frankfurter Plattformbetreibers und dessen individuelle Kundenbetreuung gewesen.

Entscheidend für die Nutzung des neuen digitalen Beschaffungsweges ist nach Auffassung von ITC-Geschäftsführer von der Heyde der Mix der zahlreichen unbestrittenen Vorteile der webbasierten Handelsplattform. Bieten Online-Marktplätze doch eine hohe Markttransparenz und ein optimiertes Beschaffungsmanagement um Waren und Dienste effizienter einkaufen, Prozesskosten reduzieren und Beschaffungsabläufe vereinfachen zu können.

Von dieser Vereinfachung können Unternehmen der Ver- und Entsorgungswirtschaft und des Öffentlichen Personennahverkehrs mit ihren stark diversifizierten Geschäftsfeldern profitieren. Auch die Stadtwerke Halle, die in den Sektoren Wasser, Abwasser, Energie, Gas, Fernwärme und Entsorgung tätig sind und zuletzt ein Einkaufsvolumen von rund 50 Mio. € verwalteten, erhoffen sich laut von der Heyde durch Nutzen des zusätzlichen Einkaufsweges, kurzfristig Einsparungen in Höhe von rund 5 % realisieren zu können.

Umfangreiches Synergiepotenzial eröffnet das E-Procurement insbesondere auch durch Katalogmanagementsysteme, in denen die Produktkataloge verschiedener Anbieter eingebunden sind. Die Mitarbeiter der Stadtwerke können so aus ihrem lokalen Procurement-System heraus Angebote des virtuellen Marktplatzes sichten, aus einem breiten Sortiment wählen und Konditionen vergleichen. Ebenso können komplexe Ausschreibungen und Auktionen durchgeführt werden.

Wegen der oft starken regionalen Verwurzelung von kommunalen Betrieben ist es von der Heyde wichtig, dass über utilityGate auch lokale Anbieter eingebunden werden. So standen auf dem Plan der Stadtwerke Halle und der M-Exchange AG so genannte regionale Lieferanten-Infotage. Sie vermitteln lokalen, mittelständischen Anbietern, welche Vorteile sie über das neue Medium haben, und wie einfach ein elektronischer Produktkatalog zu erstellen und zu pflegen ist. Die Produktkataloge sollen dann jeweils in den Marktplatz eingespielt werden, erklärt die M-Exchange AG.

Erschienen in Ausgabe: 03/2002