Einstieg mit Hindernissen automatisches Forderungsmanagement

Management

Studie - Energieversorger vergeben gerade in Abrechnungsdurchführung und Kundenservice noch wenig an Dienstleister. Doch der Markt ist für Branchenfremde teils schwer zu erschließen.

04. Mai 2011

Der Wettbewerb im Billing der Energieversorgung ist vielfältig. Es sind sowohl hochspezialisierte Dienstleister wie etwa Elektroinstallateure oder Anwaltskanzleien in Teilbereichen des Billing aktiv, als auch bereichsübergreifende Anbieter wie Full-Service-Abrechner oder IT-Dienstleister. Besonders die Entwicklungen beim Einsatz von Smart Metering und die Zunahme des Lieferantenwechsels steigern das Interesse, Massenprozesse im Billing der Energiewirtschaft abzudecken.

Der Auftritt branchenneutraler Wettbewerber wie etwa Telekommunikationsanbieter im Smart Metering sowie die steigenden gesetzlichen Anforderungen an Messstellenbetreiber, Netz- und Vertriebsgesellschaften erhöhen den Preis- und Wettbewerbsdruck im Billing. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstitutes trend:research hat Dienstleister und EVU in der Branche zum Thema befragt.

Dabei stellten die Autoren unter anderem fest, dass die Energieversorger in den unterschiedlichen Bereichen des Billing einen Teil fremd vergeben, einen Teil aber auch selbst übernehmen. Während sich in den Bereichen Druck, Verpostung und Versand, Abrechnungs-IT und Debitoren- und Forde-rungsmanagement die höchsten Fremdvergabequoten zeigen, sind diese in den Teilbereichen Abrechnungsdurchführung und Kundenservice eher niedrig.

Im Forderungsmanagement setzen etwa über die Hälfte der befragten EVU Fremddienstleister ein, bei Druck, Verpostung und Versand sogar 90%. Dagegen nehmen bei der Abrechnung mit 93% und bei dem Energiedatenmanagement mit 78% die EVU das Steuer lieber noch selbst in die Hand. Insbesondere die Prozesse Kundenservice und Energiedatenmanagement werden aber von nur einem geringer Teil der befragten Energieversorger als Bestandteil des Billingmarktes angesehen.

Qualität und Kosten wichtig

Bei einer Vergabe von Leistungen an einen Dienstleister ist den Energieversorgern zusätzlich zu einer schnellen Prozessumsetzung eine hohe Qualität wichtig. Für 42% ist dies eine sehr wichtige Anforderung und für 25% eine wichtige. Die Kosten stellen für die Hälfte der befragten Energieversorger ein sehr wichtiges Kriterium dar. Dagegen sind die Bekanntheit und auch die geografische Nähe eher nachrangig.

»Die unterschiedlichen Fremdvergabenquoten zeigen, dass in einzelnen Bereichen noch große Marktpotenziale durch Dienstleister erschlossen werden können«, stellen die Autoren fest. Die Einhaltung von Branchenstandards könne für branchenneutrale Dienstleister allerdings schwierig sein.

Schwerer Zugang

Der aktuelle und zukünftige Kundenzugang wird sowohl von den EVU als auch von den Dienstleistern aus diesem Grund als schwierig angesehen. In der Befragung geben 60% der befragten Dienstleister an, dass branchenneutrale Dienstleister keinen oder nur einen geringen Zugang zu den Energieversorgungsunternehmen haben. Jeweils weitere 10% der Befragten weisen jedoch auf die unterschätzte und zunehmende Rolle branchenneutraler Anbieter sowie die Wichtigkeit der Neutralität für das Billing hin.

Branchenneutrale Dienstleister sind schwerpunktmäßig in den Bereichen des Forderungsmanagements sowie in Druck, Verpostung und Versand tätig. In den Bereichen Forderungsmanagement, Kundenservice, IT und Beratung sind sowohl branchenneutrale als auch branchenspezifische Dienstleister aktiv, so die Studie weiter.

Die Wettbewerbsbereiche im Billing werden dabei durch unterschiedliche Rahmenbedingungen beeinflusst. Von den befragten Dienstleistern werden die Beschlüsse und das Wirken der Bundesnetzagentur als maßgebliche Einflussgrößen genannt, 61% sehen diesen Faktor als »sehr wichtig« an. Der allgemeine Kostendruck wird von 32% als sehr wichtig und von 42% als wichtig wahrgenommen.

Das derzeit vielerorts besprochene Angebot lastvariabler oder tageszeitabhängiger Tarife wird nur von insgesamt 27% als sehr wichtig oder wichtig eingeschätzt, 16% der Befragten bezeichneten diesen Faktor sogar als »unwichtig« oder »sehr unwichtig«.

Hoher Einfluss von Bnetza

Auch die Energieversorger äußerten sich bezüglich Kostendruck und Wirken der Bundesnetzagentur ähnlich wie die Dienstleister. Der Einfluss von allgemeinem Kostendruck wird von 67% als »sehr wichtig« bezeichnet und hat damit nach Ihrer Aussage den größten Einfluss auf den Wettbewerb im Markt, dicht gefolgt mit 64% von ihrer Einschätzung des Aspekts Beschlüsse der Bundesnetzagentur.

Wie die Dienstleister nennen die EVU »Wettbewerb bei Energielieferungen« und »Bestrebungen zur Prozessstandardisierung« an dritter und vierter Stelle. Allerdings bewertet ein größerer Teil der befragten EVU mit 91% die Bestrebungen zur Prozessstandardisierung als wichtig bis sehr wichtig.

Automatisches Forderungsmanagement

Konsequente Einforderung auch kleiner Beträge sichert Liquidität

Zahlt ein Kunde seine Rechnungen für die Energieversorgung nicht mehr, vermehren sich die Schulden mit jedem Folgemonat. Denn EVU können die Stromversorgung erst dann einstellen, wenn die Rückstände mindestens 100€ betragen. Bei offenen Forderungen handelt es sich aber häufig um kleinere Beträge. Werden diese nicht konsequent eingefordert, summieren sie sich zu einem Forderungsvolumen, das die Liquidität beeinträchtigen kann.

Der Inkasso-Anbieter PNO bietet darum ein Servicekonzept, das für die automatische Einforderung nicht bezahlter Rechnungen sorgt. Dies geschieht entweder via Online-Formular, über Export der Forderungen aus der Finanzbuchhhaltungs-Software oder durch direkte Anbindung an die ERP- und Fakturierungssysteme des Energieversorgers. Durch die Anbindung der ERP- und Fakturierungssysteme an die technische Infrastruktur des Inkasso-Dienstleisters können Rechnungsstellung und Mahnwesen automatisch weitergeleitet und abgewickelt werden. Über das Mandanten-Portal haben sie jederzeit Zugriff auf ihre individuelle Aktenübersicht, die den Status aller offenen Forderungsakten abbildet.

Erschienen in Ausgabe: 04/2011