EnBW vor Prokon-Übernahme

Der EnBW-Konzern will den insolventen Windparkbetreiber Prokon zu 100 % kaufen und sanieren. Nach einem Bericht des ›Handelsblatts‹ unter Berufung auf Branchenkreise will EnBW ein Prokon-Angebot im Volumen von rund 500 Mio. € vorlegen.

13. Mai 2015

"EnBW will durch den Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile der Prokon Regenerative Energien GmbH einen weiteren, wichtigen Schritt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien machen", so die Kanzlei CMS Hasche Sigle in einer Mitteilung.

EnBW bevorzugter Investor

Der Versorger habe laut CMS den Angaben zufolge dem Prokon-Insolvenzverwalter ein verbindliches Angebot gemacht und wurde daraufhin am 12. Mai 2015 durch den Gläubigerausschuss als bevorzugter Investor für das Investorenmodell ausgewählt.

Barzahlung vereinbart

"Der angebotene Kaufpreis umfasst einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Form einer Barzahlung."

Entscheidung im Juli

Nach der Entscheidung des Gläubigerausschusses wird das bindende Angebot der EnBW der Gläubigerversammlung im Erörterungs- und Abstimmungstermin Anfang Juli 2015 als eine von zwei Sanierungsvarianten vorgelegt, so CMS.

Die Kanzlei habe nach eigenen Angaben EnBW bei der Vorbereitung der Transaktion umfassend beraten.

Rechtsform noch unklar

Die Gläubigerversammlung wird dann darüber entscheiden, ob Prokon als Genossenschaft unter Beteiligung der bisherigen Genussrechtsinhaber fortgeführt wird oder ob die Sanierung durch die Übernahme von 100% der Geschäftsanteile durch EnBW erfolgen soll.

54 Windparks

Prokon betreibt derzeit 54 Windparks in Deutschland und Polen mit einer installierten Leistung von 537 MW und projektiert 170 weitere Einheiten in den beiden Ländern sowie Finnland, die zusammen 2.400 MW leisten würden.

Außer EnBW hatte Presseberichten zufolge auch der Hamburger Solarparkbetreiber Capital Stage Interesse an einer Prokon-Übernahme.