Energie ernten - Strom aus eigener Herstellung

Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts ist es gelungen, mechanische Strömungsenergie an einem Ovalradzähler in elektrische Energie umzuwandeln. Dadurch ist eine energieautarke Datenauslesung an Zapfsäulen oder Pipelines möglich. Die Anwendung steht für eine neue Art der Energieerzeugung: das sogenannte Energy Harvesting.

18. November 2015

Bei den Ovalradzählern machten sich die Fraunhofer-Forscher die Drehung der Zahnräder des Messinstruments zunutze.

Mechanik erzeugt Magnetfeld

»Mit einer geeigneten Anordnung von Magneten an den Zahnrädern und fest installierten Spulen am Gehäuse des Ovalradzählers kann aus der Drehbewegung elektrische Energie gewonnen werden, um ein Funkmodul zu versorgen und die Messdaten drahtlos zu übertragen,« so Peter Spies, Leiter der Gruppe Integrierte Energieversorgungen.

Projekt der Wissenschaft und Wirtschaft

Das energieautarke Durchflussmesssystem mit Fernauslesung wurde gemeinsam vom Fraunhofer und Projektpartnern aus der Wirtschaft entwickelt.

Eigenerzeugung statt Batteriebetrieb

Die Messung von Volumenströmen, beispielsweise zur Bestimmung der getankten Benzinmenge an der Zapfsäule, kann mit so genannten Ovalradzählern ausgeführt werden. Für die Messwertübertragung zur Auswertung und Kontrolle ist für viele Anwendungen eine drahtlose Fernauslösung wünschenswert.

Die notwendige Energie kommt dabei bisher aus Batterien oder über angeschlossene Kabel, welche immer zusätzlichen Wartungs- und Installationsaufwand und damit auch erhöhte Kosten bedeuten.

Neue Einsatzmöglichkeiten

Insbesondere bei Pipelines ist der Kostenaufwand so hoch oder die Stellen so unzugänglich, dass ein wirtschaftlicher Einsatz von Durchflussmessungen mit Fernauslesung aufgrund fehlender Alternativen für die Stromversorgung bis jetzt nicht möglich war.