Energie für die Industrie 4.0

Experten aus Industrie und Wissenschaft haben ein Projekt gestartet, um die Energiewende in der industriellen Produktion umzusetzen. Als Schlüssel dazu gilt Gleichspannung.

16. August 2016

Ziel des Forschungsprojekts DC-Industrie ist, die Stromversorgung industrieller Anlagen über ein smartes, offenes Gleichstromnetz neu zu gestalten und die industrielle Energieversorgungsarchitektur zu digitalisieren, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes ZVEI.

 

So solle das industrielle Energiesystem der Zukunft entstehen: ein gleichstrombasiertes Smart Grid für die Industrie.

 

„Von der heutigen Art der Energieversorgung muss sich ein gleichstrombasiertes Smart Grid grundsätzlich unterscheiden. Nur so kann es den Ansprüchen nach mehr Energieeffizienz und Energieflexibilität in der industriellen Produktion genügen“, so Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbandes Automation.  Eine auf diese Weise mit Energie versorgte Produktion biete laut Verband zahlreiche Vorteile.

 

Durch intelligente Netzsteuerung und integrierte Speicher kann sie flexibel und robust auf schwankende Netzqualität und Energieangebote reagieren.

 

Außerdem können erneuerbare Energien leichter eingebunden und Wandlungsverluste von Wechsel- in Gleichspannung vermieden werden. Energieeinsparungen ergeben sich unter anderem durch die einfachere Nutzung und Pufferung von Bremsenergie, dem sogenannten generatorischen Bremsen, in Gleichstromnetzen. „Hier trifft die Energiewende auf Industrie 4.0“, sagt Koschnick.  Das mit 6 Mio € geförderte Projekt wurde von 15 Verbundpartnern gemeinsam mit elf assoziierten Partnern im ZVEI initiiert und wird von Siemens koordiniert.

 

In den nächsten drei Jahren sollen unter anderem Testanlagen bei den Unternehmen Daimler, Homag Group und KHS errichtet werden.