Energiebedarf der EU lässt sich um zwei Drittel senken

Mit Energieeffizienz-Maßnahmen kann der Primärenergiebedarf der Europäischen Union bis 2050 um zwei Drittel gesenkt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMWi).

21. November 2012

Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, betonte, dass die Steigerung der Energieeffizienz enormes Potenzial böte. Gleichzeitig würden sich rund 90 % aller Einsparmaßnahmen von selbst tragen. Durch Energieeffizienz könnten die Energiekosten deutlich gesenkt und sogar Einspargewinne erzielt werden.

Energieeffizienz könne entscheidend dazu beitragen, die Treibhausgas-Emissionen in der Europäischen Union wie geplant bis 2050 um 80 % zu reduzieren. Würden alle in der Studie beschriebenen Maßnahmen umgesetzt, ließen sich darüber hinaus jährlich steigende Milliardenbeträge einsparen. »Im Jahr 2050 würde die Einsparung bereits rund 500 Milliarden Euro im Jahr betragen«, so Projektmitarbeiter Tobias Boßmann vom Fraunhofer ISI.

Das Fraunhofer ISI errechnet alleine für die Privathaushalte mögliche Kosteneinsparungen von 125 Mrd. € jährlich, vor allem im Gebäude- und Heizungsbereich. In der Industrie können bis zum Jahr 2050 die Energierechnungen um 100 Mrd. € jährlich geringer ausfallen, vor allem durch den Einsatz effizienter Querschnittstechnologien wie Technologien zur Dampf- und Heißwasserbereitstellung oder bei effizienten Motoranwendungen. Im Transportsektor können vor allem technologische Verbesserungen im Straßenverkehr zur Halbierung der Energie-Nachfrage führen. Durch geringeren Kraftstoffverbrauch könnten rund 200 Mrd. € pro Jahr gespart werden.