Energiecontracting oder selbst sanieren?

Wenn Kommunen in Deutschland ihre Liegenschaften energetisch sanieren, finanzieren sie die Maßnahmen meist selbst. Dazu nutzen Sie Eigenmittel, oft nehmen Sie zusätzlich einen Kredit auf. Zwei Gemeinden in Baden-Württemberg sind kürzlich einen anderen Weg gegangen.

22. März 2018

In Neuhausen ob Eck und Zimmern ob Rottweil haben die Verwaltungsspitzen entschieden, die Dienstleistung Energieeinsparcontracting zu nutzen.

 

Dabei übernimmt ein Contractor sowohl Planung, Bau und Betrieb als auch die Finanzierung der Sanierung. Und er trägt das damit verbundene Risiko.

 

"Insgesamt acht kommunale Gebäude sind nun mit diesem Modell energetisch modernisiert worden. Für die Gemeinden war das günstiger als auf eigene Kosten zu sanieren“, so die Landesenergieagentur KEA in einer Mitteilung.

 

Neuhausen ob Eck: Sanierungsstau überwunden

 

Neuhausen schloss die Homburgschule, deren Turnhalle, die Homburghalle, und das Rathaus zu einem Nahwärmeverbund zusammen.

 

Die Schule erhielt ein Blockheizkraftwerk, den Lüftungsbedarf der Turnhalle deckt künftig eine hocheffiziente Lüftungsanlage. Alle Gebäude sind mit einer modernen Regelungstechnik ausgestattet.

 

Der CO2-Ausstoß der Gemeinde wird durch die Modernisierungen nun jährlich um rund 600 Tonnen reduziert, so die KEA. Die Gesamtinvestition in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro finanzierte zunächst die EnBW als Contractor.

 

Sie übernimmt die Betreiberverantwortung der Anlagen über eine Laufzeit von 20 Jahren für die Wärmeerzeugung und -lieferung sowie 15 Jahre für die Lufttechnik.

 

Mit der neu installierten, effizienten Anlagentechnik verringern sich die Energiekosten der drei Gebäude um rund 40 Prozent auf 23.000 Euro pro Jahr.

 

In den nächsten zwei Jahrzehnten wird mit dem eingesparten Geld der Dienstleister vergütet: Er erhält einen vertraglich vereinbarten Energiepreis. Hinzu kommt ein Grundpreis, der die Investition zu einem großen Teil refinanziert.

 

Zimmern ob Rottweil

 

Die Gemeinde Zimmern ersetzte hauptsächlich alte Öl- und Gaskessel. Die Wärmeversorgung des Rat- und Feuerwehrhauses sowie drei anderer kommunaler Gebäude erfolgt künftig mit einer Holzpellets-Heizungsanlage und Blockheizkraftwerken.

 

Zudem wurden veraltete Heizungspumpen und -regler ausgetauscht und die Hydraulik optimal eingestellt. Auch die veraltete Beleuchtung der Gebäude gehört der Vergangenheit an, effiziente LED-Leuchten sind nun installiert.

 

Für die zwei Liegenschaften ohne Blockheizkraftwerk liefern Photovoltaikanlagen klimafreundlichen Strom. Zudem wurde die Regelungstechnik aller Heizungsanlagen automatisiert.

 

Der CO2-Ausstoß wird künftig um 197 Tonnen jährlich reduziert, heißt es. Das Contracting-Unternehmen E1 Energiemanagement investierte 1,1 Millionen Euro in die energieeffiziente Anlagentechnik.

 

Die Gemeinde beteiligte sich mit einem Baukostenzuschuss von 375.000 Euro.

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